Riesling feinherb vom Weingut Stefan Müller: Knackig frisch

Bei welchem Wein weiß man schon genau, wie er entstand? Bei diesem schon: Dieser Riesling stammt von den Weinbergen zwischen Krettnach und Obermennig: "Palm", "Menscherberg" und "Traif". Angepflanzt wurden die Reben schon im Jahr 1967, also vor gut 50 Jahren. Geerntet wurden die Trauben für diesen Weißwein am 5. Oktober 2017. Und nachdem die Trauben auf wilder Hefe lagerten, wurden sie am 10. März 2018 in Flaschen abgefüllt – und eine davon steht nun bei uns auf dem Tisch…

Riesling-Feinherb-Weingut-Mueller

Weingut Müller: Alte Reben aus dem Konzer Tälchen

Woher wir das alles wissen? Stefan Müller liefert zu jedem seiner Weine eine ausführliche Beschreibung auf seiner Homepage, sodass man sich mit dem Wein, den man da trinkt, noch vertrauter machen kann. Eine hübsche Idee!

Generell kommen die Weine übrigens aus dem Konzer Tälchen. In dieser Anbauregion wird seit 2000 Jahren Wein gemacht. Das liegt an den besonderen Klimaverhältnissen im unteren Saartal. Und an dem speziellen Terroir. Im Boden schlummert der sogenannte blaue Devon-Schiefer, der dem Riesling seine ausgeprägten mineralischen Noten verleiht.

Das Weingut Müller wird bereits in der dritten Generation geführt. Auf rund 80 Prozent der Fläche bauen sie Riesling an. Allerdings werden die zehn Hektar allesamt von Hand bearbeitet. Dabei liegen Stefan Müller die alten Reben besonders am Herzen. Er erhält und pflegt sie aus voller Überzeugung und verzichtet auf Herbizide sowie synthetisch hergestellten Dünger.

Damit später nur beste Qualität in die Flasche gelangt, werden die Trauben schon bei der Lese akribisch sortiert. Anschließend werden sie ganz gepresst und gären spontan bis Mitte Dezember.

Wie schmeckt der Riesling von der Saar?

Aber genug der Vorrede. Es wird Zeit, die Flasche zu öffnen und zu probieren

  • An der Nase machen sich sofort ausgeprägte Zitrus- und Grapefruitaromen bemerkbar. Der Wein erscheint in hellem Strohgelb. Ganz deutlich ein junger Riesling.
  • Am Gaumen wirkt der Weißwein knackig frisch. Die Säure ist ausgeprägt, leider nicht ganz ausgewogen. Ein bisschen zu dominant, sodass die Fruchtaromen in den Hintergrund treten.
  • Das Finish bleibt belebend und leicht prickelnd. Mit seinem Alkoholgehalt von zehn Prozent ist der Riesling angenehm leicht.

Kurzum: Ein leichter, frischer Riesling-Weißwein, mit einem Hauch zu viel Säure. Deshalb nur vier Billys. Solo, so fanden wir, funktioniert der Riesling eher nicht so gut. Aber das muss ja auch nicht sein. In Kombination zu einem scharfen Essen oder Grillfleisch bildet der Weißwein von der Saar einen schönen Gegenpol. Die Gewürze mildern die Säure und die Fruchtaromen treten wieder mehr in den Vordergrund, wo sie sein sollten.

Bezugsquelle:

  • Wein: Weingut Stefan Müller, Riesling feinherb, 2017
  • Händler: Goldrichs.de
  • Flaschenpreis: 6,50 Euro
  • Bewertung: 4 Billys
Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 4 BILLYs
[Bildnachweis: Weinbilly.de]

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