Colle Cecco Primitivo di Manduria 2016: Brrrrrr

Man soll das ja eigentlich nicht machen. Wir habe es trotzdem mal gewagt – einen reinen Etikettenkauf. Kurz vor Weihnachten wirkt eben alles in einem tiefen, dunklen Rot stimmungsvoll, anziehend, geschmackvoll. Und dieser Primitivo von Norma kommt in einem geradezu festlichen Gewand daher. Vielleicht der perfekte Wein für die weihnachtlich geschmückte Tafel…? Dachten wir. Falsch gedacht!

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Primitivo di Manduria in der Fest-Flasche

Bei dem Primitivo di Manduria handelt es sich um einen trockenen italienischen Rotwein aus der Region Apulien. Genauer gesagt aus Salento. Leicht zu finden auf dem Absatz des italienischen Stiefels.

Weinanbau-Italien-Apulien

Namensgeber ist die Stadt Manduria, eine kleine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern. In dieser Gegend wird vor allem die Rebsorte Primitivo angebaut.

Allerdings ist Primitivo keine autochthone italienische Rebsorte. Sie stammt ursprünglich aus Kroatien und wurde vermutlich von Winzern nach Italien gebracht – wie sie übrigens auch nach Amerika geschifft wurde. Durch die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit und das Klima entwickelte sie sich unterschiedlich – die amerikanische Variante ist bekannt unter dem Namen Zinfandel.

In dieser Flasche befindet sich aber ein echter Primitivo. Genauer gesagt ein Primitivo die Manduria DOC. DOC darf sich der Primitivo nur nennen, wenn auch mindestens 85 Prozent der Trauben enthalten sind. Mehr ist aber auch nicht über diesen Wein zu erfahren.

Schon gewusst?

Gerade schmeichelnd ist der Name Primitivo nicht für diese Rebsorte, die Assoziation zu "primitiv" kommt schnell daher. Dabei sind die Trauben alles andere als einfach. Sie reifen unterschiedlich schnell und müssen daher von Hand gelesen werden. Tatsächlich stammt Primitivo von dem italienischen Wort "primo", übersetzt: "erster". Der Grund: Diese Trauben eröffnen die Weinlese und werden als erste reif.

Wie schmeckt der Cello Cecco Primitivo di Manduria aus 2016?

Um es kurz zu machen: nicht gut.

Beim Schwenken verströmt er zwar dezente Fruchtaromen. Das tief Rubinrot im Glas erscheint auch erst einmal recht verheißungsvoll. Dann aber die Enttäuschung.

Nimmt die Nase noch ein Bouquet von reifen Pflaumen und Sauerkirschen sowie Noten von Zimt und Vanille wahr, zieht sich auf der Zunge schon alles zusammen: Der Wein ist so säurehaltig, dass die sanften Tannine und das angeblich große Volumen verdrängt werden. Brrr…

Die 14 Volumenprozent Alkohol bringen einfach zu wenig Restsüße mit. Der Wein will einfach nicht munden.
Auch der angeblich lange Abgang, von dem manche berichten, wird hier eher zum Handicap: Ein unausgeglichener Tropfen, der auch noch lange nachhallt – nein, Danke.

Der Colle Cecco – Primitivo di Manduria 2016 harmoniert allenfalls zu stark gewürzten Grillspeisen, auf die Weihnachtstafel aber gehört er definitiv nicht. Schade, daher auch nur 1 Billy – keine Empfehlung.

Bezugsquelle:

  • Wein: 2016 Colle Cecco, Primitivo di Manduria
  • Händler: Norma
  • Flaschenpreis: 4,99 Euro
  • Bewertung: 1 Billy
Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 1 BILLY
[Bildnachweis: Weinbilly.de]

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