Gutedel 2016: Feinherber Weißwein von Lidl

Es wird Frühjahr. Die Weißweinzeit kommt wieder. Naja, eigentlich kann man Weißwein das ganze Jahr über genießen. Aber wenn es draußen wärmer wird und man wieder auf der Terrasse in der Abendsonne sitzen kann, macht es irgendwie mehr Spaß.

Allerdings – und das wissen wir von Freunden – verträgt nicht jeder die teils recht ausgeprägte Säure im Weißwein. Die schlägt vielen auf den Magen. Um so neugieriger waren wir auf diese Flasche Wein, die wir bei Lidl gefunden haben: Gutedel – ein feinherber Weißwein aus Baden, von dem einige Rezensionen sagen, er sei besonders magenfreundlich

Gutedel-Weisswein-Baden-LIDL

Rebsorte Gutedel? Nie gehört!

Bei dem Namen Gutedel werden manche vielleicht gerade etwas stutzen. Die Rebsorte ist bei uns nicht so bekannt, wie etwa Riesling oder Grauburgunder. Dabei ist Gutedel eigentlich eine Spezialität des Markgräflerlandes im Süden Badens. Dort hat sie im Jahr 2000 sogar ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert:

Die Rebsorte Gutedel wurde rund 5000 Jahre alt. Also eine richtige Ur-Traubensorte.

Als ihre Heimat gilt Palästina, vermutlich wurde sie dort am mittleren Nil angebaut und durch Römer, Griechen und Phönizier verbreitet.

Im 16. Jahrhundert gelangte sie in die französischen Anbaugebiete. Den deutschen Boden berührte sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Zuerst wurde sie in Württemberg und Franken angebaut, später schließlich in dem heutigen Markgräflerland tief im Südwesten Deutschlands.

Hier ist das Klima mild, man spricht teilweise von der "deutschen Toskana". Diese Traubensorte ist recht genügsam – sie benötigt nur einen durchschnittlichen Standort – da ist das milde Klima des Markgräflerlands mehr als ausreichend.

Gutedel – ein leiser, einfacher Wein

Gutedel-Wein mag vielleicht magenfreundlich sein, besonders aufregend ist er aber auch nicht. Tatsächlich kommt der Weißwein eher geschmacksneutral daher. Besondere Fruchtaromen drängen sich einem nicht gerader auf. Dafür kommen etwas mehr Lage, der Boden und das Klima (siehe auch: Terroir) im Wein zum Ausdruck: Es gibt dezente Aromen von Mandel, weißen Blüten. Die müssen wir allerdings schon aufmerksam suchen. Sie drängen sich keinesfalls auf.

Gutedel ist denn auch eher eine Tafeltraube. Gutedelweine werden gerne zu einfachem Essen gereicht. Es sind meist süffige Trinkweine mit wenig Säure.

Die geringe Säure macht den Wein allerdings zugleich nicht besonders lagerfähig. Gutedelweine sollten daher jung getrunken werden.

Und wie schmeckt nun unser Gutedel, Baden 2016 von Lidl?

  • Im Glas erscheint der Wein in blassem Strohgelb.
  • Die Nase umfließen dezente Zitrusaromen, überraschend frisch sogar.
  • Am Gaumen fällt tatsächlich sofort die geringe Säure auf. Der Wein wirkt weich, harmonisch und angenehm frisch. Die Fruchtaromen muss man allerdings bewusst suchen.
  • Im kurzen Finsh bleibt der Wein zurückhaltend. Im Hintergrund gibt es einen Hauch Bitternis.

Die elf Prozent Alkohol machen den Wein zudem gefällig. Insgesamt nichts Besonderes, aber zumindest bekömmlich.

Der Gutedel passt daher zur leichten Küche, einem einfachen Vespermahl, einem Spargelgericht im Frühling, einem Fisch mit vielen Kräutern oder auch zu zarten Käse. Ein leichter Allrounder, der bei einer Trinktemperatur von 8 bis 10 Grad Celsius an warmen Sommertagen auch gut solo getrunken werden kann.

Bezugsquelle:

  • Wein: Gutedel, Baden 2016 QbA , Weißwein feinherb
  • Händler: LIDL
  • Flaschenpreis: 2,49 Euro
  • Bewertung: 3 Billys

Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 3 BILLYs

[Bildnachweis: Weinbilly.de]

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