Crémant: Alles was Sie über den kleinen Champagner wissen müssen

Die Deutschen konsumieren weltweit den meisten Schaumwein. Gerne wird zu Geburtstagen eine Flasche Sekt geöffnet oder zu einem großem Jubiläum sogar eine Flasche Champagner geköpft. An einen guten Crémant denken allerdings die wenigsten. Fehler! Der Crémant steht hierzulande zwar etwas abseits und kaum beachtet im Supermarkt-Regal. Doch das völlig zu unrecht: Der kleine Bruder des Champagners, ist nicht nur günstiger, sondern oft auch eine echte Prickelalternative. Nicht umsonst wird der Crémant auch "Perle der zweiten Reihe" genannt.

Alles, was Sie über den französischen Schaumwein und Champagner-Zwilling wissen müssen – und: worin sich Crémant, Champagner und Sekt unterscheiden

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Schaumweine: Worin sich Crémant, Champgner und Sekt unterscheiden

Crémant: Wie wird Crémant hergestellt?

Das Wort Crémant leitet sich von dem französischen Wort "cremeux" ab, welches so viel wie cremig und weich heißt.

Warum gab man dem Schaumwein diesen Namen?

Im Gegensatz zum Champagner hat der Crémant nur einen Druck von drei Bar in der Flasche und damit deutlich weniger Kohlensäure als der Champagner. Das macht ihn weicher – und auch die Säure ist darin nicht so deutlich ausgeprägt.

Welche Trauben für den Crémant verwendet werden, variiert von Anbaugebiet zu Anbaugebiet. Den Winzern stehen beim Crémant auch weit aus mehr Trauben zur Verfügung als den Winzern der Champagne.

Hier sind nur einige Beispiele aus denen Crémant hergestellt wird:

Der Ausbau des Crémant findet nach der Méthode traditionnelle statt. Das ist die gleiche Herstellungsweise wie beim Champagner, die aber in dem Fall Méthode champenoise genannt wird.

Die Trauben werden bei der Méthode traditionnelle ganz gepresst und daraus ein Grundwein vinifiziert, bei dem aus 150 Kilogramm Trauben maximal 100 Liter Most gewonnen wurde. Es dürfen auch nur 150 Milligramm Schwefeldioxid pro Liter im Crémant enthalten sein.

Dem Grundwein wird eine Zucker-Hefe-Lösung hinzugefügt. Nachdem der Wein in Flaschen abgefüllt wurde, verweilt er nun mindestens neun Monate auf der Hefe. Danach werden die Flaschen gerüttelt, sodass die Hefe sich absetzt und entfernt werden kann.

Durch die Beigabe von Wein mit einer Zuckerlösung wird der Crémant geschmacklich abgerundet. Er ist dann sanft moussierend, während die Kohlensäure insgesamt verhalten ist.

Champagner: Wie wird der Schaumwein hergestellt?

Champagner kommt – wie der Name schon sagt – ausschließlich aus der Champagne. Nur Winzer aus diesem streng begrenzten Anbaugebiet Frankreichs dürfen ihren Schaumwein Champagner nennen.

Sie verwenden dafür auch meistens nur die drei Traubensorten:

  • Pinot Noir
  • Pinot Meunier
  • Chardonnay

Diese werden am Weinberg von Hand gelesen und danach nach bestimmten Vorschriften, der Méthode champenoise, verarbeitet: So dürfen zum Beispiel aus 160 Kilogramm Trauben nur 102 Liter Most gewonnen werden.

Auch hier wird zunächst ein Grundwein vinifiziert. Danach wird dem Grundwein eine Zucker-Hefe-Lösung hinzugefügt und der Wein in Flaschen abgefüllt. Für mindestens fünfzehn Monate wird er einer zweiten Gärung überlassen.

Nun wird die Hefe entfernt und eine sogenannte Dosage hinzugefügt (siehe Kasten). Danach lagert er noch einmal bis er dann in den Handel kommt.

Im Vergleich zum Crémant enthält der Champagner mehr Kohlensäure, was auch an den rund sechs Bar Druck abzulesen ist. Im Glas erscheint das im Wasser gelöste Kohlendioxid als sogenannte Perlage: Kleine Perlen, wie an unsichtbaren Schnüren gezogen, wandern langsam an die Oberfläche.

Was ist die "Méthode champenoise"?

Hinter dem Begriff verbirgt sich die klassische Flaschengärung. Zunächst wird der Most zu einem trockenem Weißwein vinifiziert, dem sogenannten Grundwein. Die gewonnenen Grundweine werden zu einer Cuvée vermählt.

In der sogenannten Tirage wird dem Wein dann eine Mischung aus Hefe und einer Zuckerlösung zugeführt. Der Wein kommt in eine Flasche, die mit einem Kronkorken verschlossen wird. Es findet eine zweite Gärung (Fermentierung) statt und zwar so lange, bis der Zucker komplett abgebaut ist. Dann endet die Fermentierung, die Hefe aber bleibt in der Flasche. Der Wein liegt also auf der Hefe, beim Champagner für mindestens fünfzehn Monate.

Nun folgt die Remuage: das Rütteln. Die Hefe muss aus der Flasche, deshalb wird die Flasche per Hand oder mechanisch um die eigene Achse gedreht. Der Winkel wird dabei immer steiler, bis sie zum Schluss sich in einer fast senkrechten Position befindet. Derweil sammelt sich die Hefe im Flaschenhals.

Die Hefe wird aus dem Hals auf spezielle Art und Weise durch das Degorgieren entfernt: Der Flaschenhals wird eingefroren, dann wird der Kronkorken in einem bestimmten Winkel mit schneller Bewegung entfernt, so dass die Hefe regelrecht aus der Flasche schießt.

Die Flaschen müssen wieder aufgefüllt und der Zuckergehalt angepasst werden. Das passiert in der sogenannten Dosage: Dem Schaumwein wird eine Mischung aus Zuckerlösung und Wein zugeführt. Es ist kaum noch Zucker nach der Flaschengärung vorhanden, sodass die Dosage den Schaumwein keineswegs überzuckert, sondern nur für eine harmonischen Geschmack sorgt.

Sekt: Wie wird der deutsche Schaumwein hergestellt?

In Deutschland wird Schaumwein Sekt oder Winzersekt genannt. Hier werden gerne Rebsorten mit einer von der Natur geschenkten Säure verwendet, wie zum Beispiel:

  • Chardonnay
  • Weißburgunder
  • Riesling

Hergestellt wird der Sekt in Deutschland in drei verschiedenen Verfahren:

  1. Tankgärung

    Nachdem der Grundwein vinifiziert wurde, findet die zweite Gärung hier nicht in Flaschen, sondern in großen Tanks statt. Der Grundwein wird mit einer Zucker-Hefe-Lösung vermischt und beginnt zu gären. Sobald genügend Druck durch die Kohlensäure entstanden ist, wird der Wein gefiltert, die Dosage hinzugefügt und in Flaschen gefüllt.

  2. Traditionelle Flaschengärung

    In Deutschland werden vor allem hochwertige Winzersekte mit der traditionellen Flaschengärung wie der des Champagners oder Crémants hergestellt. Der Wein durchläuft auch hier die bekannten Prozesse: Tirage, Remuage, Degorgieren und Dosage.

  3. Transvasierverfahren

    Im Gegensatz zu klassischen Flaschengärung werden die Flaschen hier nicht gerüttelt, sondern um die Hefe zu entfernen, werden die Flaschen in einem Tank entleert und durch einen Filter gepresst. Danach wird der Schaumwein wieder in die Flaschen gefüllt.

Fazit: Crémant, Champagner oder Sekt?

Letztlich ist der Crémant ein Schaumwein, der mithilfe der traditionellen Flaschengärung hergestellt wird, aber deutlich günstiger als ein Champagner ist, diesem aber in Geschmack und Prickeleffekt nicht unähnlich. Einzig das Moussieren beziehungsweise die Perlage fallen aufgrund des geringeren Kohlendioxidgehalts etwas geringer aus.

Gegenüber der häufigen Massenware Sekt setzt sich der Crémant – so er denn in den deutschen Supermarktregalen zu finden ist – ebenfalls positiv ab. Also insgesamt eine echte, kostengünstige Alternative zu einem Champagner!

PS: Bei ALDI haben wir zum Beispiel einmal diesen Marquis de Beaucel Crémant gefunden – für 5,89 Euro.

Crémant Sorten

Wer einen Crémant kaufen will, kann zwischen drei verschiedenen Sorten entscheiden:

  • Crémant Blanc
  • Crémant Rosé
  • Crémant Rouge

Hinzu kommt noch die Auswahl der Süße. Sie reicht von fast keinem Zucker ("brut nature") bis hin zu "doux", einer ziemlich süßen Prickelbrause. Insgesamt wird hierbei nach sieben Süßegraden unterschieden:

  • brut nature / zero bis 3 Gramm Zucker pro Liter
  • extra brut bis 6 Gramm Zucker pro Liter
  • brut bis 15 Gramm Zucker pro Liter
  • tres sec bis 12 bis 20 Gramm Zucker pro Liter
  • sec 17 bis 35 Gramm Zucker pro Liter
  • demi sec 33 bis 50 Gramm Zucker pro Liter
  • doux mehr als 50 Gramm Zucker pro Liter

Eine weitere Hilfe bei der Entscheidung, welchen Crémant Sie kaufen sollen, können auch die jeweiligen Anbaugebiete sein. Die wohl bekanntesten sind:

  • Elsass – Crémant d’Alsace
  • Loire – Crémant de Loire
  • Jura – Crémant de Jura
  • Bordeaux – Crémant de Bordeaux
  • Rhône – Crémant de Die
  • Burgund – Crémant de Bourgogne

(Siehe auch Grafik zu den Anbaugebieten in Frankreich)
franzoesischer-wein-weinanbaugebiete-frankreich-karte

Einen guten Crémant kaufen ist nicht schwer

Anders als beim Weinkauf sollte man beim Crémant kaufen nicht allzu großen Wert darauf legen, dass der Schaumwein alt ist. Ein älterer Crémant schmeckt nicht besser als ein jüngerer, im Gegenteil: Ein Crémant wird durch jahrelange Lagerung nicht besser, er wird schlechter.

Sie können also davon ausgehen, dass ein Crémant, sobald er auf den Markt kommt, auch trinkreif ist.

Hinzu kommt, dass der eigene Geschmack wichtig ist. Nur weil drei Weingurus gesagt haben, dass es sich hierbei um einen ausgezeichneten Crémant handelt, muss er einem selber noch nicht munden. Jeder sollte selber entscheiden, ob ihm die Farbe, die Perlage, der Geruch und Geschmack zusagt. Das ist ganz individuell.

Das Tolle am Crémant aber ist, dass er immer traditionell in der Flasche gegärt hat. Das macht ihn immer zu einem besonderen Tropfen. Den guten Crémant – am Preis erkennt man ihn jedenfalls nicht.

Cheers!

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

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