Châteauneuf-du-Pape 2012: Namedropping bei Lidl

Dieser Name! Ist das nicht… dieser französische Rotwein… also DER Rotwein? Bei Lidl??? Isser. Aber anders. Oder wie man in Asien zu sagen pflegt: same, same but different. Châteauneuf-du-Pape – der Name klingt natürlich bei so manchem Weinkenner. Er steht nicht nur ein päpstliches Schloss bei Avignon aus dem 14. Jahrhundert (daher auch der Name: "Neues Papstschloss"), sondern eben auch für eine der wohl prestrigeträchtigsten Appelationen an der südlichen Rhône.

Die französische Weinregion genießt weltweit hohes Ansehen, was denn auch prompt im Preis für den Rotwein spiegel: 9,99 Euro ist nicht gerade ein Schnäppchenpreis für einen Wein beim Discounter. Woanders kann man aber auch deutlich mehr für eine Flasche mit diesem Namen bezahlen. Und das ist genau der Punkt: Es gibt eben nicht nur einen Wein mit diesem vollmundig klingenden Namen, sondern einige.

Châteauneuf-du-Pape AC-Aldi

Châteauneuf-du-Pape

Diese Cuvées können teils bis zu 13 verschiedene Rebsorten beinhalten. Also ein richtiges Gepansche. In diesem Fall sind es wohl nur drei:

  • Grenache (überwiegend)
  • Syrah
  • Mourvédre

Von der Grenache-Traube leiht sich der Wein viele Fruchtaromen, Syrah sorgt indes für Kraft und Dichte und die Mourvédre steuert noch ein wenig Würze bei.

Kräftiger Roter ohne Wow-Effekt

Daher also auf die Flasche, rein ins Glas und probieren. Auf den ersten Blick: Schöne purpurrote Reflexe, selbstbewusste Aromen. Lidl’s Châteauneuf-du-Pape ist durchaus kräftig. An der Nase ordentlich reife Beerenodeurs, dazu Gewürze, Leder, Lakritz. Im Hintergrund grassieren auch noch ein paar undefinierbare erdige Noten. Alles in allem okay, aber noch kein Wow-Effekt.

Am Gaumen einen wärmenden Fruchtkörper, Kirsche, Himbeere, etwas Vanille, ein leichter Toast und etwas Pfeffer. Er ist aber noch jung, der trockene Rote aus dem Jahr 2012. Insgesamt hat die Assemblage zwar schon eine ganz gute Fülle mit leicht herben Noten im Abgang. Sie könnte aber noch ein paar Jahre lagern.

Insgesamt schon lecker, aber hier bezahlt man eindeutig den Namen mit. Wir hatten hier schon günstigere und mindestens gleichwertige Rotweine aus dem Rhônetal vorgestellt. Letztlich betreibt Lidl hier Namedropping. Châteauneuf-du-Pape – der Name zieht, keine Frage. Für 9,99 Euro ist die Flasche aber zu teuer.

Bezugsquelle:

  • Wein: Châteauneuf-du-Pape AC
  • Händler: Lidl
  • Flaschenpreis: 9,99 Euro
  • Bewertung: 4 Billys
Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 4 BILLYs

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