Angebrochene Weine aufheben: Winaro Winesaver im Test

Beitrag von Jochen // 2. Oktober 2014 // 16:47

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Angebrochene Weine aufheben: Winaro Winesaver im Test

Es ist ein klassisches Problem von Weinliebhabern: Man öffnet eine gute Flasche Wein, will sie am Abend aber nicht ganz austrinken – oder weiß genau: Von der zweiten Flasche hätte man gerne nur noch ein Glas… Aber wohin mit dem Rest?

Wein altert, wenn er mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Bei manchen Weinen kann das ein Vorteil sein. Für andere bedeutet es den sicheren Geschmacksverlust. Schade um den edlen Tropfen!

Wegschütten ist trotzdem keine Option. Und einfach in den Kühlschrank stellen, mag zwar für einen Tag eine Lösung sein. Ganz sicher vor dem Verlust von Aromen oder vor ungewünschte Fehlnoten durch Oxidation ist man dennoch nicht. Die Lösung lautet daher oft: Konservierung.

Angebrochene Weine aufheben und konservieren

Der Handel bietet hierzu inzwischen zahlreiches Zubehör und Konservierungsmethoden von Weinen:

  • Vakuum. Mittels einer Vakuumpumpe wird Luft aus der Weinflasche gepumpt. Spezielle Verschlüsse sorgen dann dafür, dass anschließend keine Luft (insbesondere kein Sauerstoff) in die Flasche zurückströmt. Nachteile der Methode: Das Vakuum kann bei Schaumweinen die Perlage ruinieren; manuell lässt sich kaum ein echtes Vakuum aufbauen. Es bleibt also meist Restsauerstoff in der Flasche, der die Oxidation – verlangsamt – fortsetzt.
  • Stickstoff. Statt die Luft aus der Flasche zu pumpen, wird hier Stickstoff hineingepresst. Vorteil: Stickstoff ist ein reaktionsarmes Gas, verbindet sich also kaum mit anderen Stoffen und verdrängt den Sauerstoff. Nachteil: Das Gas ist leichter als Luft. Damit keine Oxidation mehr stattfinden kann, muss die Flasche sofort nach dem Einströmen des Stickstoffs verschlossen werden. Sonst verfliegt es und der Sauerstoff kehrt zurück.
  • Argon. Auch hierbei handelt es sich wie bei Stickstoff um ein sogenanntes Inertgas, in dem Fall sogar um ein farb-, geschmacks- und geruchloses Edelgas. Es reagiert praktisch gar nicht mit anderen Stoffen und wird daher von Winzern am meisten verwendet. Vorteil: Argon ist schwerer als Luft, sodass schon eine dünne Schicht auf dem Wein reicht, um eine weitere Oxidation zu verhindern.

Löffel in die Weinflasche?

Hartnäckig hält sich der Rat, ein (Silber-)Löffel in die Weinflasche gesteckt, mache den offenen Wein haltbarer. Vergessen Sie das – es ist ein Mythos. Unter anderem die niederländischen Forscher Geert Jan van Oldenborgh und Fernando Vos haben längst das Gegenteil bewiesen: Bringt nichts. Im Sekt oder Champagner übrigens auch nicht.

Der Winaro Winesaver im Test

Die dritte Methode hat uns schon immer am meisten gereizt. Daher haben wir uns mal den Winaro Winesaver genauer angeschaut und gleich getestet…

Das Produkt verspricht „TÜV-geprüfte Sicherheit und hochwertige Verarbeitung“. Die Herstellung der Gas-Patronen ist ebenfalls ISO-, als auch CE-zertifiziert. Mit einer Patrone sollen bis zu 15 Anwendungen möglich sein. Das klingt nicht viel. Im Starterset, das es zum Beispiel bei Amazon zum Preis von 64,90 Euro gibt, ist jedenfalls nur eine Patrone enthalten.

Überhaupt besteht das Winaro WineSaver-Set aus folgenden Teilen:

  • Ein Winesaver
  • Eine Gaspatrone
  • Geschenkbox aus Aluminium
  • Gebrauchsanleitung

Winaro-02 Winaro-03 Winaro-04

So funktioniert der Winesaver

Die Funktionsweise ist im Grunde ganz einfach:

  • Patrone einlegen. Zunächst das Oberteil vom Ventilkopf drehen und die Gaspatrone bis zum Anschlag in das Ventilgewinde einschrauben. Danach wird der Winesaver wieder zugedreht.
  • Gas aktivieren. Patrone durch kurzes, kräftiges Zusammendrücken des Winesaver aktivieren.
  • Winsaver ansetzen. Anschließend den Winesaver auf den Flaschenhals setzen und mit leichtem (bei einer neuen Patrone stärkerem) Druck für etwa ein bis zwei Sekunde(n) herunterdrücken.
  • Gas einleiten. Das Gas legt sich nun mit einem Zisch wie ein Schutzfilm über den Wein. Ist kein Zischen zu hören, wurde nicht feste genug aufgedrückt – oder die Patrone ist leer.
  • Flasche verschließen. Zum Schluss die Flasche noch mit dem alten Korken oder einem anderen Weinverschluss verschließen, um den Wein vor Staub, Fruchtfliegen oder sonstigen Verunreinigungen zu schützen. Fertig.

Bleibt natürlich noch die Frage:

Hält das Produkt, was der Hersteller verspricht?

Kurze Antwort: Ja. Auch nach mehrtägigem Test lassen sich im so konservierten Wein keine Geschmacksveränderungen, vor allem aber Aromaverluste feststellen. Er schmeckt wie am ersten Tag.

Einzig die Sache mit dem kurzen Gas-Hub und wie viel davon wirklich nötig ist, scheint ein bisschen Übungssache zu sein. Ich vermute, noch immer mehr Gas zu verströmen als eigentlich nötig – und damit natürlich auch teures Gas zu verschwenden. Aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis man den Bogen raus hat.

Unser Fazit daher: Die Verarbeitung des Winaro Winesavers ist hochwertig, die Anwendung kinderleicht und zuverlässig. Der eine angebrochene Flasche Wein lässt sich damit problemlos über mehrere Tage aufheben und konservieren – ohne Geschmacksverlust.

Einzig der Preis liegt im Vergleich zu ähnlichen Produkten eher im oberen Seqment. Das ist dann vielleicht nicht mehr das, was man sich selber gönnt und kauft – aber sehr gut als Geschenk (zu Weihnachten oder Geburtstag) wünschen oder gar selber verschenken kann…

Daher gibt es von uns hierfür auch 5 Billys.

Bezugsquelle:

  • Zubehör: Winaro Winesaver
  • Händler: z.B. Amazon
  • Flaschenpreis: 64,90 Euro
  • Bewertung: 5 Billys
Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 5 BILLYs

Vine der Woche

Weil uns das gute Stück so gefallen hat, ist der Weinkonservierer auch noch unser „Vine der Woche„:



 




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