Weinlexikon: Weinlatein der wichtigsten Begriffe

Beitrag von Redaktion // 3. September 2016 // 10:00

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Weinlexikon: Weinlatein der wichtigsten Begriffe

Wein ist ein besonderer Saft. Er atmet Geschichte. Und mit jedem Schluck bekennt sich der Weinschmecker zum Feinschmecker und zum Genuss. Er dokumentiert Bodenständigkeit, Selbstbewusstsein, Feingefühl, Stil, Geschmack, Geist und neuerdings eben auch Zeitgeist sowie fließende Kenntnisse in Weinlatein.

Wer mit Weinliebhabern, Önologen oder Sommeliers über Wein spricht, versteht zuweilen nur Kauderwelsch. Da ist dann zum Beispiel von einem adstringierendem Finish die Rede, von einer grasigen Blume oder einem fleischigen Körper. Man kann dieses Wortgeklingel und die teils blumig-gespreizten Ausdrücke einfach nur amüsant finden. Doch was sich hinter dem vermeintlich überkantitelten Weinlatein auch verbirgt, ist ein natürlich gewachsenes Weinvokabular, das sich mit der Zeit entwickelt hat – nicht zuletzt aus der Not heraus: Wie beschreibt man einem anderen Menschen, was man gerade riecht, fühlt oder schmeckt?

Tatsächlich handelt es sich bei dem Weinlatein rund um Assemblage, Bouquet und Cuvée oft nur um eine, teils lautmalerische, Beschreibung von vergleichenden Geschmackseindrücken – ein Versuch, mit Worten und für andere zu beschreiben, was man eigentlich nur individuell und subjektiv erleben kann: Aromen, Odeurs und Geschmackskomponenten eines guten Tropfens, die die Nase oder die Papillen unter der Zunge gerade wahrnehmen. Zumindest sind der Fachwelt und Weinkennern bisher kaum Alternativen dazu eingefallen. Auch der Wein hat eben seine ganz eigene Sprache.

Kritik am Weinlatein

Weinprobe-Degustation-Weinlexikon-WeinlateinZugegeben, gerade Weineinsteigern kommt die komplizierte Weinsprache oft spanisch vor. So mancher Fachausdruck ist für Laien wenig nachvollziehbar, erinnert eher an eine Art Geheimsprache und schreckt potenzielle Weinkonsumenten daher ab. Leider – das muss man ehrlicherweise sagen – gibt es in der Weinszene auch allerlei Wichtigtuer und selbsternannte Sensorikexperten, die das Weinlatein allein zur elitären Abgrenzung nutzen – um zu beweisen, wie wahnsinnig gut sie sich selbst mit Wein auskennen.

Womöglich handelt es sich dabei um einen sogenannten Connaisseur. Einer, der jeden Moment des ersten Schlucks auf höchstem Niveau zelebriert: Erst das gekonnte Schwenken des Kelchs, dann die Nase tief in das bauchige Glas getaucht, mit seelenwunder Mine das Bouquet tief in die Stirnhöhle gesaugt, einmal kurz genippt, um den Schluck dann noch eine Weile in der Mundhöhle weiter zu schwenken und den Tropfen schließlich in Zeitlupe zu versenken.

Der Kommentar dazu: „Brombeere.“ Das geht immer bei Rotwein. Ebenso „Lakritz.“ Oder „…mit einem Hauch Cassis durchflutet mit Nuancen vom Pfeffer und Tabak.“ Wählt so jemand dann noch einen besonderen Tropfen, zeigt er darüber hinaus Großzügigkeit und Noblesse. Mal ehrlich, so jemand kann kein schlechter Mensch sein, oder?! Den muss man einfach mögen. Und selbst wenn er ein Pfeife ist: Der Typ hat Geschmack! So was macht eben immer Eindruck. Ist aber meist nur Show. Wirkliches Weinwissen geht anders. Eine extrovertierte Weinsprache dient lediglich zur Mystifizierung der eigenen Aura und nicht dem Wecken von Geschmacksassoziationen, um so den Wein für die Umwelt erlebbarer oder eine Empfehlung nachvollziehbarer zu machen. Auch deswegen wollen wir Ihnen hier auf Weinbilly.de ein Weinlexikon bieten – für wahre Weinkenner und Weinschmecker.

Wein Glossar: Tecchnische Fachbegriffe

Zu dem eher beschreibenden Weinvokabular gesellt sich aber auch noch allerlei technisches Weinlatein hinzu. Die Kunst der Weinherstellung ist schließlich auch eine veritable Wissenschaft – die Önologie (siehe Weinlexikon).

Daher finden Sie in dem folgenden Glossar auch die wichtigsten Weinvokabeln hierzu – allerdings nur auszugsweise. Zum Önologen macht die Lektüre natürlich niemanden. Es geht lediglich darum, sich einen ersten groben Überblick zu verschaffen, Begriffe kennenzulernen, die einem sehr wahrscheinlich häufiger begegnen werden, je intensiver man sich mit Wein beschäftigt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Weinlexikon: Alles Weinlatein von A bis Z

Damit auch Sie sich künftig besser in diesem umfangreichen Genre auskennen, bei Weinproben mitreden können und das typische Weinlatein verstehen, schenken wir Ihnen jetzt reinen Wein ein und haben für Sie die wichtigsten Begriffe in einem kleinen Weinlexikon zusammengestellt – alphabetisch von A bis Z…

  • Abgang

    Mit dem Abgang des Weines (auch Nachhall, Finish oder Finale genannt) wird der Nachgeschmack bezeichnet. Also jene Empfindungen, die die Aroma- und Geschmacksstoffe des Weins auf dem Gaumen hinterlassen. Er enthält je nach Rebsorte und Lagerung eine Fülle von Geschmacksnoten, die sich nach einem kurzen Moment im Mund entfalten.

  • Abstechen

    Damit ist das Umfüllen des Weins von einem Fass in ein anderes gemeint. So sollen der Bodensatz und die Trübstoffe vom Jungwein entfernt werden.

  • Adstringierend

    Adstringierend, von Lateinischen adstringere bedeutet „zusammenziehen“. Ein schwerer oder sehr säurehaltiger Wein wird als adstringierend bezeichnet, wenn sich im Mund aufgrund der Kombination von Säure und „Tanninen“ (siehe unten) sprichwörtlich alles zusammenzieht.

  • Aroma

    Mit dem Aroma ist die gesamte Vielfalt des Geschmacks und seiner Dufteindrücke gemeint. So wird in manchen Weinlexika auch von aromatischen Weinen gesprochen – meist dann, wenn es sich um eine stark betonte fruchtige Note eines Weines handelt.

    Wein-verkosten-Anleitung

  • Ausbau

    Als Ausbau wird die Gesamtheit der kellerwirtschaftlichen Arbeiten zwischen der Phase der Gärung bis zur Abfüllung des Weins benannt. Hier entwickelt der Wein seinen Charakter, seine Struktur und Komplexität. Der Zeitraum ist je nach Reb- und Weinsorte verschieden. Einfache Weine lagern einige Wochen im Ausbau, während komplexe und teure Weine meist Jahre im Ausbau liegen.

  • Alkohol

    Bei der Gärung des Weins entsteht Alkohol. Der jeweilige Alkoholgehalt wird in Volumenprozent (Vol.-%) angegeben. Damit Wein seinen Charakter entwickeln kann, braucht er einen bestimmten Alkoholgehalt. Wein enthält in der Regel zwischen neun und 14 Prozent Alkohol. Vergorener Most gilt erst dann als Wein, wenn er mindestens 8,5 Prozent Alkohol enthält. Ein zu niedriger oder zu hoher Alkoholgehalt wirkt sich zudem negativ auf den Geschmack aus.

  • Altersbukett

    Im Weinlatein auch als Firne bezeichnet. Insbesondere hochwertige Weine entwickeln einen solchen angenehmen Altersgeschmack. Diese Weine dürfen daher viele Jahre lagern, um eben dieses Altersbukett zu erreichen. In der Fachwelt ist diese Firne eine deutliche Qualitätssteigerung des Jahrgangs.

  • Ampelographie

    Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich nichts weiter als die Rebenkunde. Vielleicht mal eine 100.000-Euro-Frage bei „Wer wird Millionär“…

  • Apfelsäure

    Sie ist neben der Weinsäure und der Zitronensäure eine der wichtigsten Säuren im Wein. Durch die sogenannte molaktische Gärung (siehe auch „Biologischer Säureabbau“) wird die Apfelsäure in die mildere Milchsäure umgewandelt.

  • Aroma

    Wein hat bis zu fünfhundert verschiedene Aromastoffe, die unterschiedlich konzentriert vorkommen. Sie reichen über Frucht – und Kräuteraromen über Gewürze hin bis zu chemischen Substanzen wie Schwefel. Die Aromen haben ihren Ursprung in der Traube selbst oder entstehen in der Gärung und im Ausbau.

  • Assemblage

    Tatsächlich werden viele Weine nicht aus einer einzigen Rebsorte gekeltert, sondern aus teils bis zu vier (oder mehr) Rebsorten zusammengefügt. Dieses Verfahren heißt Assemblage oder auch „Verschnitt“ und nicht etwa „panschen“. Assemblieren ist eine Kunst: Profis lassen durch den Prozess des Assemblierens höherwertige Weine entstehen, die sich durch Harmonie im Geschmack und eine gleichbleibende Qualität auszeichnen – sogenannte Cuvées. Aber natürlich werden mit der Technik auch schon mal Farbe und Geschmack eines eher minderwertigen Weins korrigiert.

    Wein-cuvee-herstellen

  • Aufzuckerung

    Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme vor oder während des Gärungsprozesses um den Alkoholgehalt im Wein zu erhöhen. Als Regel gilt: 250 Gramm Zucker auf 100 Liter Wein ergeben ein Oechslegrad. Ein Oechlsegrad wiederum entsprecht 0,135 Volumenprozent Alkohol.

  • Ausbau

    Unter Weinausbau versteht man die Zeit nach dem der Wein gegärt hat. Er ruht nun im Stahltank oder Holzfass, um zu reifen. Dieser Prozess kann abhängig von der Weinart, dem Jahrgang, der Qualität und dem Potenzial wenige Wochen bis zu einigen Jahren dauern.

  • Auslese

    Ein im Weinvokabular häufig anzutreffender Begriff, dem meist eine Spzifikation vorausgeht: Beerenauslese, Spätauslese, … Gemeint ist also eine besondere Traubenauswahl, aus denen später ein besonderer Spitzenwein wird. Zum Beispiel aus vollreifen, oft edelfaulen Trauben. Man denke etwa an delikate Riesling-Auslesen.

  • Barrique

    Das Barrique ist ein kleines Eichenholzfass, das 225 Liter fasst. Rot- oder Weißweine werden in ihm gelagert, um dem Wein ein Vanillearoma zu verleihen. Vor allem jüngere Fässer geben dem Wein einen intensiveren Vanillegeschmack. Aus Kostengründen werden mancherorts allerdings auch nur Eichenspäne dem Wein in einem Stahltank zugesetzt, um auf die kostspielige Fasslagerung zu verzichten und trotzdem das typische Aroma zu erhalten. Weine, die im Barrique ausgebaut werden, weisen aber einen höheren Gehalt an Gerbstoffen oder Tanninen auf. Spezielle Fassbauer sind in der Lage, durch Dauer und Intensität des Ausbrennens solcher Fässer (dem sogenannten „Toasting“), dem Wein eine einzigartige Geschmacksrichtung zu geben.

  • Biologischer Säureabbau

    Oder auch malolaktische Gärung genannt, ist ein natürlicher Prozess in der Weinherstellung, der entweder spontan in schon benutzten Fässern oder durch beigefügte Bakterienkulturen in Gang gesetzt wird. Hierbei wandelt sich die scharfe, spitze Apfelsäure in die weichere Milchsäure um.

  • Blume

    Die Blume ist, anders als das „Aroma“, nur der angenehme Duft, den ein Wein ausstrahlt. Er entwickelt sich im Glas, daher riechen Weinkenner vor dem Trinken gerne am Wein, um seine verschiedenen Aromen besser wahrzunehmen – schwenken entfaltet diese zusätzlich. Gleichermaßen wird hier auch von einem Bukett gesprochen, das mit Attributen wie „feinfruchtig-blumig“ oder „grün“ bezeichnet wird. Die Grundlage des Buketts findet sich in der jeweiligen Rebsorte und dem Reifegrad der Trauben. Sie verleihen dem Wein seine typische Charakteristik. Daher legen Winzer größten Wert auf ihre ausgewählten Trauben, sie sind für das Bukett hauptverantwortlich.

  • Böckser

    Klingt nach Aufstoßen, ist aber ein unangenehmer Weinfehler oder Gärfehler, der im Extrem nach faulen Eiern riecht (und schmecken kann). Oft kann dieser Weinfehler durch Lüften und Filtrieren des Jungweins wieder behoben werden.

  • Botrytis cinerea

    Ist ein Grauschimmelpilz, der die Traube in feucht warmer Witterung befallen kann. Greift er die Traubenstiele an, sterben diese bald ab, und die Trauben fallen vom Rebstock, noch bevor diese reif sind. Oder aber der Pilz lässt die noch unreife Traube verfaulen. Bei reifen Beeren verursacht er hingegen eine Edelfäulnis (siehe auch Edelfäulnis).

  • Bukett

    Die Gesamtheit aller Aromen bildet das Bukett oder Bouquet (franz. „Blumenstrauß“).

  • Chambrieren

    Meint das langsame Aufwärmen des Rotweines auf Zimmertemperatur. Die Rotweine werden in der Regel aus dem kalten Keller in den Wohnraum gestellt und sollen hier ein paar Stunden vor dem Öffnen auf rund 18 Grad gebracht werden. Doch Vorsicht: Heute sind Wohnräume meist wärmer als früher und die Zimmertemperatur entspricht nicht die der optimalen Trinktemperatur:

    Trinktemperatur-Regeln-Grafik

  • Cuvee

    Dahinter verbirgt sich ein Wein, der aus verschiedenen Rebsorten hergestellt wird (siehe auch „Assemblage“), um einen Wein mit bestimmten Eigenschaften zu komponieren. Der deutsche Begriff hierfür ist: Verschnittwein. Der Begriff weckt allerdings oft negative Assoziationen – zu Unrecht. Bekannte Cuvées sind zum Beispiel der Rioja, Chateauneuf du Pape oder Chianti.

  • Dekantieren

    Das Dekantieren meint das Umfüllen des Weins in eine Karaffe, die am Boden in der Regel weit und ausladend („bauchig“) geformt ist und nach oben hin schmal verläuft. Das Dekantieren dient erster Linie dazu, den Wein von dem Bodensatz (sogenanntes „Depot“) zu trennen, der sich nach langem Lagern in der Flasche gebildet hat. Ein weiterer Grund ist der Luftstrom, dem der Wein beim Umgießen ausgesetzt ist. In dem Fall spricht man allerdings vom „Karaffieren“: Der Wein soll dabei atmen und seine Aromen voll entwickeln. Der Geschmacksunterschied ist teils deutlich, hochwertige Rotweine werden daher häufig dekantiert und karaffiert. Richtig alte Weine können allerdings bei zu viel Luftkontakt „umkippen“ und werden dann ungenießbar.

    Wein-dekantieren-karaffieren-Weingeschmack

  • Dessertwein

    Als Dessertwein bezeichnet man sowohl Rot- als auch Weißweine, die eine hohe Restsüße kennzeichnet. Sie werden zum Dessert gereicht oder auch als Dessert selbst genossen. Für edelsüße Weine, wie Beerenauslese werden meist voll reife Trauben verwendet, die von der schon angesprochenen Edelfäule befallen sind. Für Eiswein (siehe unten), der auch süß schmeckt, werden sogar gefrorene Trauben vinifiziert.

  • Deutsches Weinsiegel

    Das Gütezeichen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) gilt für Weine, die sich nach einer amtlichen Qualitätsprüfung zusätzlich noch einer freiwilligen Sinnesprüfung unterzogen und bestanden haben. Diese werden anschließend nach drei Geschmacksrichtungen farblich mit dem Deutschen Weinsiegel unterschieden:

    • Gelb: Trockener Wein
    • Grün: Halbtrockener Wein
    • Rot: Süßer (lieblicher) Wein

    Weingeschmack-Weinpreis-Euro

  • Durchgegoren

    Durchgegoren ist ein Wein dann, wenn er keinen Restzucker mehr enthält. Toleriert werden maximal ein bis zwei Gramm Zucker pro Liter Wein. Ist der Wein durchgegoren, schmeckt er meist staubtrocken. Nicht jedermanns Geschmack.

  • Edelfäule

    Wird durch den Pilz „Botrytis cinerea“ verursacht. Dieser Pilz, ein Grauschimmelpilz, entsteht bei warmem Herbstwetter. Er perforiert die Schale der Beere, das Wasser in ihr verdunstet und der Zuckergehalt in der geschrumpften Beere steigt.

  • Eiswein

    Im Weinlexikon stellt der Eiswein eine Rarität dar. Die Trauben für diesen Wein werden erst geerntet, wenn eine Mindesttemperatur von -8 Grad Celsius erreicht ist. Wichtig ist, dass die Trauben in gefrorenem Zustand gepflückt und schnell verarbeitet werden. Der Eiswein enthält einen hohen Anteil an Zucker und Säure und gilt als sehr hochwertig. Winzer reduzieren die Ertragsmenge bewusst, um die Qualität der Traube und damit die des Eisweins zu erhöhen.

  • Entrappen

    Meint das Entfernen der Beeren von den Stielen der Traube. Werden die Stiele nicht sorgfältig entfernt, gelangen zusätzliche Gerbstoffe in den Wein, die ihn bitter machen können.

  • Etikett

    Das Weinetikett ist für Weinkäufer meist die einzige Informationsquelle, um etwas über den Wein in der Flasche zu erfahren. Die Angaben auf dem Etikett werden durch das deutsche Weingesetz geregelt, dem Etikettenschwindel soll so vorgebeugt werden. Tatsächlich aber lassen sich mit Weinetiketten Kunden immer noch psychologisch manipulieren. Forscher konnten beispielsweise nachweisen, dass schon die Beschreibung auf der Rückseite dafür sorgt, dass wir ein fruchtiges Bouquet erwarten und uns schon vorstellen, wie der Wein schmeckt. Prompt schmecken wir beim ersten Schluck tatsächlich mehr und eben auch jene Aromen, die wir uns wünschen. Der Wein hält erfüllt so sein eigenes Etikettenversprechen.

  • Extrakt

    Bezeichnet alle nichtflüchtigen Stoffe im Wein. Würde der Wein erhitzt werden, verdampfen vor allem Wasser und Alkohol – und damit gut 80 Prozent des Flascheninhalts. Zurück bleiben Zucker, Säure, Glycerin, Mineralstoffe, Vitamine, Polyphenole, Pektine und Proteine. Ein hoher Extraktwert ist auch ein Zeichen für einen qualitativ hochwertigen Wein. Entsprechend werden im Weinlexikon Weine als „extraktreich“ oder „körperreich“ bezeichnet, die eine reichhaltige Substanz mitbringen. Der Alkoholgehalt extraktreicher Weine ist meist auch etwas höher.




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  • Fassgeschmack

    Das Besondere an Holzfässern ist: Sie nehmen auch die Aromen ihrer Umgebung auf und geben diese an den Wein ab. Im Barrique und bei Whiskey ist das ein gewollte Effekt, der für das typisch torfige Aroma bei altem Scotch sorgt. Im Weinkeller hingegen können unsaubere oder lange leerstehende Holzfässer ein muffiges Klima in der Kellerluft erzeugen, das dann auf den dort ebenfalls gelagerten Wein abfärbt. Schon entsteht ein – natürlich ungewollter – dumpfer Fassgeschmack, der an modriges Holz erinnert. Brrr.

  • Feinherb

    Der Weinbegriff feinherb entstand aus dem Wunsch heraus, keinen halbtrockenen, aber auch keinen trockenen oder gar lieblichen Wein zu machen. Stattdessen war ein Hauch von feiner Süße mit attraktivem, dezent-herbem Trockenheitsgrad erwünscht. Wein feinherb bezeichnet daher einen roten oder weißen Wein, der grob zwischen halbtrocken und lieblich liegt – mit einer leichten Restsüße versehen, die abpuffernd auf die Weinsäure wirkt.

  • Feurig

    Mit einem feurigen Charakter werden meist rubinrote Rotweine bezeichnet, die sich mit feuriger Farbe zeigen. Aufgrund ihres reichen Charakters haben sie einen hohen Alkoholgehalt und ein intensives Aroma. Nicht zu verwechseln mit „brandig“: Damit ist ein eher scharfer Wein gemeint, der durch den hohen Alkohol darin dominiert wird.

  • Filtrieren

    Meint das Verfahren, in dem der Wein im Zubereitungsprozess von Trubteilen befreit wird. In einem Filter aus Zellstoff, Kieselgur oder Perlit bleiben die kleinen Teilchen hängen. So wird der Wein auf die Stabilisierung und Klärung im Fass vorbereitet.

  • Frisch

    Mit frisch wird im Weinlatein ein junger, spritziger Wein bezeichnet. Dabei kann es sich um einen weißen, als auch um einen roten Wein handeln. Er ist dann von einem frischen Gesamteindruck geprägt, enthält eine angenehme Säure und einen gewissen Grad an natürlich entstandener Kohlensäure. Mancher spricht dann auch davon, dass der Wein im Mund „moussiert“ (also etwas perlt).

  • Gerbstoffe

    Auch Tannine genannt, sitzen in den Kernen, Stielen und Schalen der Traube. Dabei handelt es sich um organische Inhaltsstoffe der Traube. Wir nehmen sie im Wein als bitter wahr. Da die Weißweine bei der Vinifizierung kaum Kontakt mit den Beerenhäuten haben, schmecken sie weniger kräftig und auch weniger bitter als die Rotweine.

  • Grasig, grün

    Mit grasig beschreibt das Weinlatein den Geschmack oder den Duft eines jungen Weißweines. Er zeigt deutliche Aromen von frischem Gras. Auch der Begriff „grün“ oder „grasig-grün“ wird hierbei häufig verwendet. Ein typischer Vertreter dieser Aromen ist die Rebsorte Sauvignon Blanc. Einige Kellermeister arbeiten sogar genau an diesem Merkmal, um dem Wein eine charakteristische Note zu verleihen.

  • Harmonisch

    Ein harmonischer Wein weist eine ideale und ausgewogene Geschmackskomposition auf. Alle Komponenten wie Säure, Zucker und Tannine sind optimal aufeinander abgestimmt und ergeben in der Gesamtheit einen runden Eindruck.

  • Hart

    Sobald ein Wein einen unangenehmen Geschmackston aufweist, wird er als hart bezeichnet. Die leicht zusammenziehende Wirkung wird auf den Schleimhäuten wahrgenommen. Diese Charakteristik entsteht entweder durch einen hohen Tannin- oder Säuregehalt des Weines. In der Regel handelt es sich um junge Weine, die erst mit einer längeren Lagerung Charakter gewinnen und sich dabei abrunden können.

  • Hefe

    Ist ein Pilz, der den Traubensaft zur Gärung bringt und den Zucker in Alkohol verwandelt. Diese Naturhefen sitzen schon auf der Beerenhaut und können so auf natürlichem Weg in den Wein gelangen. Winzer bevorzugen allerdings immer öfter die gezüchteten Hefen, weil durch sie der Most risikofreier gären kann.

  • Hektarertrag

    Meint die Menge Wein in Hektolitern gemessen, die aus einem Hektar Rebland herausgeholt werden können. Manipuliert werden kann dieser Ertrag zum einem dadurch, dass die Rebstöcke enger gepflanzt werden, dann nehmen sie sich allerdings gegenseitig die Sonne weg. Oder aber dadurch, dass mehr bewässert und gedüngt wird. Allerdings gilt: Um so mehr Trauben ein Rebstock hat, desto mehr verteilen sich die Aromastoffe in den Beeren. Je weniger Beeren es sind, desto mehr Aroma hat die einzelne Traube. Die Qualität des Weines steigt also, je geringer der Hektarertrag ist.

  • IFOAM

    Ist die Abkürzung für den Welt-Dachverband der ökologischen Landwirtschaft und steht für „International Federation of Organic Agriculture Movements“. Ihm gehören etwa 750 Organisationen aus hundert Ländern an. Seinen Sitz hat er in Deutschland.

  • Jeroboam

    Ist eine Riesenweinflasche mit einem Fassungsvermögen von 4,5 Litern, also sechs Mal so viel wie in eine Standardflasche passt. Daneben gibt es – überwiegend für Champagner – noch weitere Größen wie Methusalem (6 Liter), Salmanazar (9 Liter) oder die größte von allen: Nebukadnezar mit 15 Litern Fassungsvermögen:

    Champagnerflaschengroessen-Magnum-Nebukadnezar


  • Jungwein

    Der Jungwein ist ein Wein, dessen alkoholische Gärung noch nicht abgeschlossen ist, er wurde noch nicht von der Hefe getrennt.

  • Kabinett

    Hat nichts mit der Regierung zu tun, sondern bezeichnet nach dem deutschen Weingesetz die niedrigste Stufe eines Qualitätsweins mit Prädikat.

  • Kapsel

    Den Wein in der Flasche schützt in erster Linie ein Korken aus Kork (oder Kunstkorken). Über dem Flaschenhals und Flaschenverschluss steckt aber teilweise noch eine weitere Hülle zum Schutz – die sogenannte Kapsel. Sie ist oft bunt und mit dem jeweiligen Winzerlogo versehen. Die meisten Kapseln bestehen aus Kunststoff (70 Prozent), Aluminium oder Polyethylen (das als umweltverträglicher gilt). Luxusweine werden aber auch schon mal mit einer Zinnkapsel oder Siegellack-Kapsel versehen.

  • Karaffe

    Ist ein flaschenähnliches Gefäß aus Glas, meistens ohne Henkel. In ihr wird der Wein dekantiert beziehungsweise karaffiert.

  • Kellermeister

    Der Kellermeister ist jener Künstler, der für den Charakter eines Weines verantwortlich ist. Er überwacht alle Arbeitsprozesse von der Lese bis zur endgültigen Reifung in der Flasche und kennt sich in der Welt der Rebsorten bestens aus. Auch weiß er um alle Besonderheiten, die eine Traube und die Bodenbeschaffenheit der Umgebung mitbringen.

  • Keltern

    Beschreibt den Prozess, bei dem die Maische ausgepresst wird. Die Traubenrückstände (Trester) werden dabei von dem Traubensaft (Most) getrennt.

  • Kohlensäure

    Gelegentlich kann man im Weißwein noch einen Rest Kohlensäure als Bläschen beim Einschenken beobachten. Die Kohlensäure hierbei verleiht dem Weißwein etwas Spritziges. Die meiste Kohlensäure ist jedoch schon durch das Fass entwichen. Im Rotwein hingegen sollte keine Kohlensäure mehr enthalten sein. Das wäre ein Weinfehler.

  • Kräftig

    Kräftige Weine präsentieren sich mit einem starken Charakter und Körper. Sie sind herzhaft, intensiv und enthalten viel Tannin. Im Gesamteindruck haben kräftige Weine ein vielfältiges Aroma und sollten vor dem Trinken dekantiert beziehungsweise gelüftet werden.

  • Landwein

    Dahinter verbirgt sich ein etwas besserer Tafelwein. Um sich so nennen zu dürfen, hat dieser in der Regel einen landschaftsbezogenem Namen und gebietstypischem Charakter.

  • Lage

    Wie bei Immobilien gilt auch beim Wein: Lage, Lage, Lage. Die Lage eines Weinanbaugebietes entscheidet maßgeblich über die Qualität der Reben und den Geschmack des Weines. Entscheidend sind hierbei die Sonneneinstrahlung, die Wasserdurchlässigkeit der Böden, die Temperaturen bei Tag, aber auch bei Nacht, sowie ob es um eine Höhen- oder eine Hanglage handelt.

  • Lüften

    Mit dem Lüften ist im Weinlatein das Entkorken eines Rotweins gemeint. Die Flasche wird dabei rund ein bis zwei Stunden vor dem Einschenken geöffnet, der Wein kann in der Flasche atmen und entfaltet in dieser Zeit sein Bukett.

  • Maceration carbonique

    Meint die Kohlensäuremaischung. Die unverletzten Beeren werden vor der Alkoholgärung in einem sauerstofffreien Behälter einem intrazellulären Prozess ausgesetzt. Durch dieses Verfahren lassen sich die Aromen verstärken und der Alkoholgehalt steigern sowie Tannine und Apfelsäure senken.

  • Maische

    Bei der Maische handelt es sich um die entrappten Beeren. Diese werden in einer Mühle zerdrückt, bevor diese gekeltert werden. Es entsteht ein Gemisch aus Fruchtfleisch, Saft, Schale und Kern, die Maische. Durchschnittlich ergeben 100 Liter Maische ungefähr 75 Liter Wein.

  • Maischegärung

    Die Maischegärung beschreibt die Vergärung von zukünftigen Rotweinen. Dabei werden die Trauben mit Schale und Kern vergoren. Ziel ist es, einen farbstoffreichen und kräftigen Wein mit guter Tanninstruktur zu produzieren. Die Maische gärt dann in einem großen Behälter, in dem sich Alkohol und Kohlensäure entwickeln.

  • Milchsäuregärung

    Milchsäurebakterien wandeln die Apfelsäure im Most in Milchsäure um. Dies kann spontan oder durch beigefügte Bakterienkulturen passieren. Der Wein wird durch diesen Prozess milder.

  • Nachgärung in der Flasche

    Ein unerwünschter Prozess. Der Wein gärt in der Flasche weiter und ist deshalb nicht mehr genießbar. Sie erkennen das meist schon durch eine unangenehme Essignote an der Nase.

  • Nachgeschmack

    Im Weinlexikon auch Abgang genannt, meint den Geschmack, den der Wein nach dem Schlucken im Gaumen hinterlässt. Je länger dieser (hoffentlich angenehme) Nachgeschmack anhält, desto hochwertiger ist der Wein oft.

  • Önologie

    Die Önologie beschreibt die Wissenschaft vom Wein. Aus dem Griechischen stammend bedeutet „oinos“ Wein und „logos“ Wissenschaft. Ein Önologe ist also ein gelernter Kenner des Weines.

  • Oxidation

    Reagiert der Wein mit Sauerstoff, so nennt man dies Oxidation. Erwünscht ist dieser Vorgang sowohl während als auch nach der Gärung und im Ausbau, allerdings wird die Sauerstoffzufuhr hier gering gehalten. Bei zu großer Zufuhr besteht die Gefahr, dass der Wein unfrisch wird, sich also in Farbe, Geruch und Geschmack nachteilig verändert.

  • Perlage

    Ist die französisch Bezeichnung für die Perlen im Schaumwein (Sekt, Champagner, …). Je feiner die Perlen, desto qualitativ hochwertiger der Schaumwein.

  • Q.b.A. (QbA)

    Sind Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete.

  • Reduktion

    Auch reduktiver Ausbau. Im reduktiven Weinausbau wird die Sauerstoffzufuhr weitestgehend ausgeschlossen, um möglichst spritzige Weine herzustellen. Hierfür werden oft Stahltanks genutzt. Die so produzierten Weine haben ein schönes Duft- und Fruchtaroma und werden jung in Flaschen abgefüllt.

  • Reinsortig

    Von reinsortigen Weinen spricht der Winzer, wenn ein Wein nur aus einer einzigen Traubensorte besteht. Reinsortige Weine werden als Weiß- und Rotweine hergestellt. Aber Achtung: Reinsortiger Wein darf immer noch bis zu 15 Prozent andere Trauben enthalten:

    ReinsortigerWein-Cuveewein-15Prozent

  • Restzucker

    Der nach der Gärung im Wein zurückgebliebene Zucker wird Restzucker genannt. Er verbleibt dort entweder weil die Hefen nicht mehr wirksam sind oder weil die Gärung unterbrochen wurde. Ein Wein wird als „trocken“ bezeichnet, wenn der Restzucker unter neun Gramm pro Liter (und der Gesamtsäureinhalt parallel maximal zwei Gramm pro Liter hat). Als „halbtrocken“ gelten bis zu 18 Gramm pro Liter (und der Gesamtsäureanteil parallel nicht mehr als zehn Gramm pro Liter hat). Als „lieblich“ wiederum gelten Weine mit bis zu 45 Gramm pro Liter, „Süßer Wein“ hat hingegen über 45 Gramm Restzucker pro Liter.

  • Rückgeruch

    Beim Verkosten eines Weines verdunsten Aromen auch im Mund. Wird die Luft nun durch die Nase ausgestoßen, werden eben diese Aromen wahrgenommen. Der Rückgeruch wird deshalb auch als „Retro-Olfaktion“ bezeichnet.

  • Säure

    Neben dem Restzucker und dem Alkoholgehalt ist die Säure das Rückgrat des Weins. Sie bestimmt die Struktur und Haltbarkeit des Weins. Abhängig von der Sorte und Reife der Trauben liegt der Säuregehalt des Weins zwischen drei und 16 Gramm pro Liter. Als Faustregel gilt: Je wärmer das Anbaugebiet, desto geringer ist der Säuregehalt im Wein.

  • Schönen

    Ist ein Sammelbegriff für verschiedene Verfahren, in denen der Wein geklärt wird. Das heißt, es werden Trübungen und Fremdstoffe aus dem Wein entfernt und herausgefiltert. Durch die Zugabe von Stoffen wie zum Beispiel Hausenblase, Kohle, Eiklar oder Gelatine, werden die unerwünschten Stoffe gebunden, sodass sie entweder aufflocken oder absinken und beim nächsten Abstich leicht aus dem Wein entfernt werden können. Weil bei diesem Schönen allerdings manch tierische Zusatzstoffe verwendet werden, ist dieser Wein dann nicht mehr vegan.

  • Schwer

    Als schwer werden im Weinlexikon extraktreiche und stark aromatische Weine bezeichnet. Sie weisen in der Regel einen hohen Alkoholgehalt auf und haben eine sättigende Wirkung.

  • Spätlese

    Ist ein Prädikat im deutschsprachigen Raum für Trauben, die ein bestimmtes Mindest-Mostgewicht erreicht haben. Diesen Zustand können sie nur im vollreifen Zustand erreichen.

  • Tannin

    Tannin ist ein Gerbstoff der vor allem in der Beerenhaut und im Beerenkern vorkommt. Abhängig von der Konzentration schmeckt Tannin leicht bitter und hinterlässt ein pelziges Gefühl auf der Zunge. Im Weißwein ist Tannin ein unerwünschter Stoff, während er im Rotwein erwünscht zum besseren Aroma beiträgt. Tannine verhindern die frühe Oxidation des Weines und machen es so möglich, dass Rotweine länger gelagert werden können.

  • Terroir

    Im Grunde heißt Terroir aus dem Französischen übersetzt bloß „Gegend“. Die Übersetzung wird dem Begriff allerdings nicht gerecht. Terroir umfasst mehr, es beschreibt Eigenschaften oder besser gesagt den Charakter eines bestimmten Gebiets, einer Region und welchen Einfluss etwa das Land, der Boden und das Mikroklima auf die dort angebauten Weinreben nehmen. Neben der Rebsorte erhält der angebaute Wein gerade durch das Terroir seinen ganz eigenen, schmeckbaren Charakter. Und je kleiner das Gebiet und je knapper die dort hergestellten Weine, desto exklusiver – bestes Beispiel: der Champagner aus der Champagne.

  • Trester

    Nach dem Auspressen der Maische bleibt im Kelter eine Masse aus Beerenschalen, Kernen und Kämmen zurück – der Trester. Bei 100 Litern Maischen kommen im Schnitt 25 Kilo Trester zusammen. Das ist aber keinesfalls Abfall. Denn daraus lässt sich vorzüglicher Schnaps (Tresterschnaps, Grappa) destillieren. Der Rest davon dient dann immer noch als organischer Dünger.

  • Umkippen

    Ist ein umgangssprachlicher Ausdruck im Weinlatein dafür, dass der Wein in der Flasche einen Essigstich bekommen hat und deshalb nicht mehr genießbar ist.

  • Verschnitt

    Der Verschnitt (siehe auch „Cuvée“) ist eine Mischung verschiedener Rebsorten und/oder verschiedener Jahrgänge.

  • Viskosität

    Bezeichnet die Zähflüssigkeit des Weins. Sie deutet auf einen höheren Zucker- beziehungsweise Alkoholgehalt im Wein hin. Die Viskosität überprüft man, in dem man das Glas nur bis zu einem Drittel füllt, leicht schräg hält und dann beobachtet, wie schnell oder langsam der Wein am Glasrand zurückfließt. Gelegentlich lassen sich hier auch sogenannte Kirchenfenster in der Verlaufsstruktur wahrnehmen. Sie deuten auf einen hohen Glyzerin-Gehalt hin.

  • Weinstein

    Ist der Trivialname für das Kalium- oder Calciumsalz der Weinsäure. Er setzt sich am Boden oder am Korken der Flasche ab und wird oft fälschlicherweise als Zucker angesehen. Er fühlt sich im Mund wie scharfkantiger Sand an und schmeckt leicht säuerlich. Die Weinqualität beeinträchtigt er aber nicht.

  • Xylose

    Xylose ist eine Zuckerart, die neben den beide Zuckerarten Fructose und Glucose im Traubenmost zu finden ist.

  • Yhrn

    Yhrn ist ein altes Tiroler Weinmaß, das vermutlich von dem lateinischen Wort „urna“ abstammt und Krug bedeutet. Sein Volumen variierte von Region zu Region, so konnte ein Yhrn 56,589 Liter aber auch 62,5 Liter oder 77,8 Liter umfassen.

  • Zucker

    Im Most ist vor allem Traubenzucker (Glucose) und Fruchtucker (Fructose). Sie werden in der Gärung in Alkohol umgewandelt. In Deutschland dürfen die Winzer dem Wein Zucker zugeben, um einen höheren Alkoholgehalt zu erzielen, allerdings darf er nur um drei Prozent gesteigert werden.

  • Zweitwein

    Der Zweitwein ist der günstigere Wein eines Weinguts. Er wird aus den nicht genutzten Trauben des Erstweins hergestellt. Es lohnt sich also durchaus, einen Zweitwein eines bekannten Weinguts zu kaufen, da es sich hier meist auch um sehr gute Weine handelt, die aber nicht so teuer sind.

All das Weinvokabular und Weinlatein sollen Sie natürlich nicht vergessen lassen, worum es beim Weintrinken eigentlich geht: Um Genuss nach Herzenslust. Was der eine wahrnimmt oder schmeckt, muss einem anderen nicht munden und vice versa. Weinverkostung (die sogenannte Degustation) bleibt eine höchst subjektive Interpretation.

Extra-Tipp: Wein richtig schmecken

Tipp-IconUnsere Zunge ist in der Lage, insgesamt sechs Geschmacksrichtungen zu unterscheiden, die natürlich auch im Wein vorkommen können und durch unterschiedliche Inhaltsstoffe ausgelöst werden:

  • Süß: Verantwortlich hierfür sind meist Kohlenhydrate und natürlich Zucker.
  • Salzig: Verantwortlich hierfür sind mineralische Salze.
  • Sauer: Der Geschmack entsteht vor allem durch die enthaltene (Wein-)Säure.
  • Bitter: Verantwortlich hierfür sind klassische Bitterstoffe, wie etwa Tannine.
  • Umami: Die Geschmacksrichtung ist relativ neu definiert, etwa als herzhaft oder fleischig. Sie entsteht insbesondere durch Glutaminsäure im Wein.
  • Fett: Gemeint ist hier natürlich kein Speck, sondern ein besonders voller Körper, ausgelöst durch ein Glycoprotein.

Geschmackszonen-Zunge

[Bildnachweis: beeboys, Jack Frog by Shutterstock.com]




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