Gavi dei Gavi Etichetta Nerra: Weißwein-Genuss von La Scolca

Beitrag von Jochen // 30. Juli 2016 // 9:00

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Gavi dei Gavi Etichetta Nerra: Weißwein-Genuss von La Scolca

Hinter diesem Wein steckt eine einfache, aber aussagekräftige Philosophie: Ein exzellenter Wein braucht exzellente Trauben. Das hat die Familie Soldati geschafft – mit ihrem Gavi auf dem Weingut La Scolca.

Gavi ist eigentlich der Name eines kleinen Dorfes im Gebirgszug des Apennin, zwischen dem Piemont und Ligurien. Hier beginnt auch die Geschichte der Soldatis vor mehr als 95 Jahren und ihrer Weinproduktion.

In den Fünfzigerjahren wurde der Wein Gavi aus der Rebsorte Cortese hier auf La Scolca (PDF) erfunden – und die Familie Soldati damit Vorreiter für die ganze Gegend.

Geschützte Marke: Gavi dei Gavi

Gavi dei Gavi ist seit 1969 eingetragen als Handelsmarke in Europa. Und Achtung mit dem „e“: Es besteht ein Unterschied zwischen Gavi di Gavi und Gavi dei Gavi. „Gavi DI Gavi“ ist gleichbedeutend mit Gavi DOCG. „Gavi DEI Gavi“ weist indes darauf hin, dass die Trauben und der Wein ausschließlich aus den Weingärten der Gemeinde Gavi stammen, und nicht aus den anderen zehn umliegenden DOCG Gemeinden.

Weinanbau unter besten Bedingungen

Rebstoecke-Weinberg-SonnenaufgangDie Trauben der Sorte Cortese gedeihen hier besonders gut: Salzige und trockene Luft erreichen die Rebstöcke hier beinahe täglich vom Meer her; von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang werden sie voll von der Sonne angestrahlt. Die Nacht wiederum bringt ihnen Frische und der Morgen kurzen Tau.

Die Trauben wachsen auf einer Fläche von 50 Hektar und auf einem Hektar gedeihen 4500 Rebstöcke. Würde man die Rebzeilen aneinander reihen, ergäben sie eine Länge von zirka 200 Kilometern.

Geerntet werden die Trauben allerdings erst, wenn sie perfekt gereift sind. Mitunter auch schon mal früher als der durchschnittliche Erntebeginn in der Region. Die Qualität soll 100-prozentig erhalten bleiben. Daher werden die Trauben auch kalt vinifiziert – von der Einmaischung bis zur Gärung. Das Ergebnis ist ein mineralischer, intensiver, haltbarer und eleganter Wein.

Jahrzehnte lange Erfahrung und moderne Maschinen in Kellerei und Vinifikation ermöglichen heute einen nehezu perfekten Ausbau. Traditionell bleiben die Weine von la Scolca bis zum Flaschenabzug auf der Hefe, das kann bis zu zehn Jahre dauern. Der Wein wird so nicht nur ausgesprochen frisch und lebendig – durch das Verfahren muss auch weniger Schwefeldioxid verwendet werden.

La Scolca: Black Label oder White Label?

Eine weitere Besonderheit des Weinguts La Scolca: Weil die Trauben aus unterschiedlichen Lagen stammen und die Reben unterschiedlich alt sind, werden sie mit einem computerunterstützten System getrennt von einander verarbeitet. So entstehen unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Intensitäten und Bouquets.

Deutlich wird das an den beiden Labels, die daraus entstanden sind:

  • Das White Label bekommen Weine aus den bis zu zwanzig Jahre alten Reben.
  • Das Black Label („G Soldati G“) bekommen hingegen nur Weine aus den älteren Reben, die bis zu 60 Jahre alt sind.

Gerade das Black Label ist sehr beliebt bei Jet-Setters, Hollywood-Stars wie Tom Cruise oder dem Ex-Tennisprofi Boris Becker. Sogar die Queen Elizabeth II. und Barack Obama sollen den Wein dieser Klasse schon genossen haben.

Wie schmeckt der Gavi dei Gavi Etichetta Nerra

Gavi dei Gavi Etichetta Nerra-LaScolca-TestSo, nun aber lange genug um den edlen Stoff drum herum geschrieben. Natürlich interessiert Sie längst: Kann der Wein was – und wie schmeckt er?

Hier die Auflösung im Detail zu diesem trockenen Black Label Weißwein

  • Im Glas schimmert der Wein in zartem, reinen Strohgelb mit grünen Reflexen. Schön dabei ein dezenter Glanz, der auf hohe Qualität schließen lässt.
  • An der Nase bleiben die Fruchtaromen eher zurückhaltend: ein Hauch Birne, etwas Honig. Alles aber sehr minimalistisch. Dazu gesellen sich umso deutlicher mineralische Noten.
  • Am Gaumen ein elegant ausbalanciertes Spiel aus feiner Säure (die den Wein frisch macht) sowie zarten Blütennoten und dezenten Zitrusaromen. Vielleicht ein bisschen Apfel, aber eher im Hintergrund. Der Wein drängt sich überhaupt nicht auf, bleibt aber durchweg harmonisch und gut trinkbar.
  • Das Finish bleibt wie der Gesamteindruck: nicht opulent, aber auch nicht plump. Ein kurzer Anflug von Mineralistik, etwas Honig, der Rest ist Erinnerung. Bei 12 Volumenprozent ein leichter Wein.

Der Wein ist eher nichts für Grillgerichte im Sommer – aber dafür umso mehr ein eleganter Begleiter zu Meeresfrüchten und Fisch (unsere Empfehlung: Austern!). Käse und Schinken sowie Pasta wären aber ebenfalls eine gute Kombination.

Bezugsquelle:

  • Wein: Gavi dei Gavi Etichetta Nerra – La Scolca
  • Händler: Dilvinum.de
  • Flaschenpreis: 19,95 Euro
  • Bewertung: 4 Billys
Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 4 BILLYs
[Bildnachweis: Weinbilly.de, Andy Dean Photography by Shutterstock.com]




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