Geschmack ist keine Frage des Preises…

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Qualitätswein, Kabinett, Spätlese, Auslese oder Großes Gewächs – die Weinauswahl in Deutschland ist riesig. Genießer, die einfach nur ein gutes Tröpfchen suchen, haben es da schwer und sehen sich schnell mit saftigen Preisunterschieden konfrontiert. Bei Aldi, Lidl oder Kaufland gibt es Weine schon ab 3 Euro, in gut sortierten Online-Weinhandlungen kann man für eine Flasche aber auch locker mal 100 Euro oder noch viel mehr hinblättern. Manche Flasche kann so viel kosten wie andernorts das komplette Weinregal. Aber macht das wirklich jedes Mal so einen Unterschied?

Zugegeben, von einem Wein unter 5 Euro darf man nicht allzu viel erwarten. Den Unterschied schmecken selbst Laien. Aber zwischen 5 und 30 Euro liegt zwar immer noch ein erheblicher Preisunterschied, geschmacklich muss das aber nicht so sein. Im Gegenteil!

Wer mehr bezahlt, hat nicht zwangsläufig auch die bessere Qualität im Glas. Das bestätigen auch Forschungen des Max-Planck-Instituts in Köln. Als bei einer Studie 1890 verschiedene Weine von 248 Weingütern aus dem Rheingau und aus Rheinhessen untersucht wurden, zeigte sich schnell: Weinbergslagen, Medaillen, Klassifizierungen wie “Grand cru” (hierzulande: “Erste Lage”) und “Erstes Gewächs” (woanders: “Premier Cru”) – alles keine Garantie für einen guten Wein, weil sich mit jedem Jahrgang und Wein aufs Neue entscheidet, welche Flasche ihr Geld wert ist.

Mehr noch: Oft werden Preise als Qualitätssignal gelesen – je teurer der Wein, desto besser muss er wohl sein. Preise rechtfertigen sich dann durch sich selbst, eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Aber totaler Quatsch.

Als Statusprodukt bringt der Kauf eines teuren Weines vielleicht noch einen Mehrwert an Ansehen mit sich: Man lässt sich den Genuss etwas kosten. Mit Geschmack hat das allerdings weniger zu tun.

So sparen Sie Geld, wenn Sie Wein online kaufen!

Wein_online_kaufenBestätigt wird das etwa auch durch eine Studie des Stanford California Institute of Technology. Seinerzeit wurden 20 Probanden gebeten, Wein zu verkosten. Allesamt waren sie keine Weinkenner, keine Sommeliers oder sonstige Experten. Es waren Weintrinker wie Sie und ich.

Vor ihnen standen Flaschen, auf deren Etiketten nicht wie sonst üblich Weinname, Herkunft, Rebsorte oder Jahrgang angegeben war. Stattdessen waren dort in großen Ziffern die jeweiligen Preise zu lesen: 5 Dollar, 10 Dollar, 35 Dollar, 45 Dollar und 90 Dollar.

Dann nahmen die Probanden der Reihe nach einen Schluck von dem jeweiligen Wein und bewerteten dessen Geschmack…

Sie ahnen, was passierte: Genau! Der 90-Dollar-Wein erhielt die Bestnoten. Jedoch zu Unrecht.

Denn, wie Sie ebenfalls richtig vermuten: Die Preis-Etiketten waren falsch. Der 90-Dollar-Wein befand sich in zwei Flaschen: in der 10-Dollar-Flasche ebenso wie in der 90-Dollar-Flasche. Dasselbe Spiel beim 45-Dollar-Wein: Er befand sich sowohl in der 5-Dollar-Flasche als eben auch in der 45-Dollar-Flasche. Die Testpersonen erkannten nicht ein einziges Mal, dass beide Weine gleich schmeckten. Dafür waren Sie umso mehr davon überzeugt, dass der teurere Wein besser schmecken musste.

Lassen Sie sich also davon nicht täuschen, wenn Sie online Wein kaufen – oder im Laden. Unser Gehirn spielt uns dabei den schlimmsten Streich: Noch bevor wir einen Wein probiert haben, sucht es nach einem Bezugspunkt für dessen mögliche Qualität. Laien wählen hier einfach den Preis. Je mehr wir uns aber auskennen, desto eher wird uns das Oberstübchen suggerieren, den Geschmack aufgrund von Jahrgängen, Lagen oder Rebsorten schon vor dem kosten beurteilen zu können: “Was? Der Wein kommt von da und da? Tolle Lage! Achja, 2008 war ein Superjahrgang!!!”

Kann sein, muss aber nicht. Hören Sie lieber auf Ihren Gaumen!

Und wenn Sie mögen, auch auf unsere Empfehlungen. Denn genau das ist ja unsere Mission: Weine zu finden, die einfach gut ohne viel zu kosten. Oder wie wir sagen:

Das Leben ist zu kurz für teuren Wein!

Cheers!