Knigge-Tipp: Wein richtig einschenken

Beitrag von Jochen // 18. April 2013 // 18:05

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Knigge-Tipp: Wein richtig einschenken

Wein ist ein besonderer Saft. Er atmet Geschichte. Und mit jedem Schluck bekennt sich der bewusste Trinker, Genießer und Kenner dazu. Er dokumentiert Bodenständigkeit, Selbstbewusstsein, Feingefühl, Stil, Geschmack, Geist und neuerdings eben auch Zeitgeist. Wählt er gar einen besonders teuren Tropfen, zeigt er darüber hinaus Großzügigkeit, Wohlstand und Noblesse. Oder wie der Lateiner sagen würde: Vinum bonum deorum donum (Ein guter Wein ist ein Geschenk der Götter). Mal ehrlich, so jemand kann kein schlechter Mensch sein. Und selbst wenn doch: Wer will das wissen? Der Typ hat Geschmack!

Wer dazu noch Rebsorten, Anbaugebiete und erlesene Weine, wie Château Lafite Rothschild, Château Mouton Rothschild, Château Margaux und Château Pétrus plus deren bessere Jahrgänge unterscheiden und passend zum Essen auslesen kann, genießt selbst die Anerkennung von Sommeliers. Keine Frage, ein solches Brimborium ist ein absurder, eitler Ritus. Aber das ist Porsches auf Behindertenparkplätzen abzustellen auch. Nur dass das Weinwählen die größere intellektuelle Leistung erfordert.

Dennoch gibt es rund um den Wein – egal, wie edel der Tropfen auch ist – auch ein paar Fettnäpfchen. Vor allem bei Tisch. Mit keinem anderen Bereich verbinden wir so stark gutes Benehmen wie bei Tisch.

Tischmanieren haben die größte Außenwirkung – und sie sind häufig der Stolperstein für Menschen, die im Job eine höher dotierte Position anstreben. Denn den krönenden Abschluss eines Auswahlprozesses bildet oft ein gemeinsames Essen mit dem Chef oder dem Arbeitgeber in spe.

Kniggetipps: Hätten Sie es gewusst?

  • Wird vor dem Essen beispielsweise ein Aperitif gereicht, wird dieser nicht mit an den Tisch genommen, das erledigen, wenn überhaupt, die Kellner.
  • Die eingedeckten Gläser am Tisch wiederum werden von rechts nach links verwendet. Alle Gläser werden stets am Stiel angefasst oder – falls nicht vorhanden – im unteren Drittel.
  • Angestoßen wird übrigens nur mit Wein, Champagner oder Sekt. Nicht mit Bier, Wasser oder Limonaden. Vornehmer ist aber sowieso, das Glas nur anzuheben und sich zuzunicken.

Und wie schenkt man Weingläser richtig ein?

Auch bei dieser eigentlich recht simplen Geste als Gastgeber kann man Fehler machen. So geht es richtig:

Weinart Füllmenge
Weißwein/Roséwein 1/3 bis 1/2 des Glases
Rotwein 1/4 bis 1/3 des Glases
Schaumwein 2/3 des Glases

Cheers!

6 Kommentare

  1. 29.04.2013

    Sehr schön und aufschlussreich! Danke.

    Aber “1/3 bis 1/2 des Glases” (Weißwein) wäre die schönere Schreibweise

    • 29.04.2013

      Hallo Sepp. Das stimmt. Habs gleich mal umgestellt.

  2. Dirk Würtz
    12.06.2013

    Kleine Korrektur: der Wein wird von links nach rechts eingeschenkt. Im linken Glas ist immer der erste Wein…

    • 12.06.2013

      Hallo Dirk, nee, das ist so nicht richtig (siehe beispielsweise auch hier: http://www.glaeserspuelen.de/glaeser-guide/gedeckter-tisch.html). In der Regel entscheidest du dich ja, ob du lieber Rot- oder Weißwein trinkst, die unnötigen Gläser werden dann ohnehin abgedeckt, bleiben aber rechts vom Teller stehen. Würde der Wein von links eingeschenkt, müsste der Kellner über dich drüber bzw. an dir vorbei einschenken. Das wird er aber nicht machen, sondern rechts von dir stehen um auch von rechts einzugießen.

  3. 17.06.2013

    Also: Natürlich schenkt der Kellner von rechts ein. Er steht rechts neben dem Gast. Aber die Reihenfolge ist, auf jeder großen Probe dieser Welt, in jedem Toprestaurant: Erster Wein ins linke Glas, zweiter Wein in das daneben uswusw.

    • 17.06.2013

      Die Knigge-Gesellschaft sieht das etwas anders: http://www.knigge.de/themen/bei-tisch/das-eindecken-2040.htm
      “Die Gläser: Oberhalb der Messer werden die Gläser aufgestellt, rechts beginnend wiederum in der Reihenfolge der Benutzung.

      Ist ja auch nur konsequent: Auch Besteck wird stets von außen nach innen benutzt. Und ehrlich gesagt habe ich schon in ein paar Top-Restaurants mit CEOs gespeist. Da war das auch so wie im obigen Artikel beschrieben.

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