Riesling Karat Erbacher Steinmorgen 2011: Was für eine Spätlese!

Beitrag von Jochen // 2. November 2014 // 11:41

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Riesling Karat Erbacher Steinmorgen 2011: Was für eine Spätlese!

Um es kurz zu machen: Wir sind begeistert! Vor kurzem erhielten wir von den Martins eine kleine Weinprobe zugeschickt. Dazu muss man vielleicht wissen: Ich bin nicht der allergrößte Riesling-Fan. Vielleicht habe ich bisher auch einfach nur die falschen Weine getrunken. Jedenfalls gibt es andere Trauben, mit denen ich sofort Freundschaft geschlossen habe: Sauvignon Blanc etwa. Aber… andere Geschichte.

Mein Vorurteil war also eher kritisch. Das sagte ich denn auch in meiner Mail. Trotzdem gingen die Winzer das Wagnis ein. Mutig – finde ich gut.

Der Weinhof Martin liegt nur wenige Meter außerhalb von Erbach im Rheingau. Also klassisches Riesling-Land. Die Weine aus dem 10 Hektar großen Anbaugebiet des Weinhofs werden hier allesamt selbst erzeugt. Handwerklich präzise, technisch modern.

Beim Riesling Karat Erbacher Steinmorgen aus dem Jahr 2011 handelt es sich dann auch noch um eine Spätlese, feinherb – auch das noch!

Was bedeutet „feinherb“?

Der Begriff zählt zu der typischen Weinlyrik auf manchen Etiketten und ist nicht unumstritten. Angeblich wurde er erstmalig vom Weingut Reichsgraf von Kesselstatt verwendet. Ganz klar ist aber trotzdem nicht, was damit gemeint ist. Die Weincharakterisierung feinherb kann bedeuten, dass der Wein trocken schmeckt, er darf aber auch wie halbtrockener Wein maximal 9 bis 18 g/l unvergorenen Zucker enthalten. Mit höherem Alkoholgehalt und Restsüße im Wein kann dieser wiederum geradezu lieblich schmecken – allerdings eben ohne den Zuckergehalt eines lieblichen Weins. Kurzum: Bei „feinherbem“ Wein ist alles drin.

Der Weißwein wurde besonders schonend und lange im Keller ausgebaut, verspricht das Etikett. Uns erwarte ein ausgewogener, besonders harmonischer Spitzenwein. Das Gegenteil wäre ja auch die Nachricht. Aber gut, Vorurteile beiseite – wir geben dem Weißwein eine Chance.

Viel Spaß im Glas

Korken raus. Schnuppern. Wein eingießen – und eine echte Überraschung erleben: Schon beim Einschenken bekommt man richtig Lust auf mehr als nur den ersten Schluck…

  • Farbe: Im Glas schimmert ein schönes Gelbgold. Man sieht geradezu die Spätlese und den langen Ausbau.
  • Duft: Ungemein fruchtig. An der Nase erwarten einen Aromen von Apfel, Pfirsich und Passionsfrucht. Aprikosen sind auch dabei. Man denkt unweigerlich an den Herbst und Bäume mit vollreifen Früchten.
  • Geschmack: Am Gaumen ist der Wein auf Anhieb saftig, weich, harmonisch. Obwohl wir die typisch stahlige Riesling-Säure erwartet hätten, tritt sie hier nur dezent auf und gibt dem Wein eine schöne knackige Frische, die ihn lebhafter erscheinen lässt als erwartet. Zumindest weniger süß als halbtrocken. Und über all dem legen sich die herrlich saftigen Fruchtaromen.
  • Abgang: In einem Wort: vollmundig, mit einem runden süßlichen Gaumen.

Nachdem wir schon von den ersten Probeschlucken so angetan waren, haben wir dann noch ein kleines Experiment gewagt – und den Wein zu unserer scharfen asiatischen Wokpfanne getrunken, dem Karamellisierten Rindfleisch Szechuan Art. Perfekt. Disko auf der Zunge! Der Riesling, insbesondere der Erbacher Steinmorgen erweist sich als überaus perfekter Begleiter zu asiatischer Küche, insbesondere zu den salzigen und scharfen Noten der Sojasauce beziehungsweise Chilischoten. Deshalb, daher und darum: volle Punktzahl und unsere volle Empfehlung für diesen Weißwein…

Bezugsquelle:

  • Wein: Riesling Karat 2011
  • Händler: Weinhof Martin
  • Flaschenpreis: 9,20 Euro
  • Bewertung: 5 Billys
Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 5 BILLYs




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