Prosecco: Alles, was Sie dazu wissen müssen

Prosecco wird gerne mal mit Champagner verglichen, sozusagen dem italienischen Champagner. Inzwischen gehört der Schaumwein weltweit zu den beliebtesten Perlweinen. Kenner schätzen den fruchtigen Geschmack und die anregende Spritzigkeit des italienischen Prosecco Spumante.

Seine Geschichte ist allerdings wechselvoll. Seine Popularität führte zeitweilig zu einem empfindlichen Qualitätsverlust. Prosecco drohte eine Art Billig-Sekt zu werden. Zum Glück ist das nicht passiert. Heute ist Prosecco wieder als Qualitätsprodukt bekannt, das in seinen unterschiedlichen Varianten von Weinliebhabern auf der ganzen Welt geschätzt und genossen wird.

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Was ist Prosecco?

Der erlesene Schaumwein aus dem heutigen Prosecco-Anbaugebiet im Nordosten Italiens hat eine lange Tradition. Bereits in der Antike wurde Wein aus der Region des heutigen Venetien und Friaul-Julisch geschätzt.

Der Begriff Prosecco stammt aus dem 18. Jahrhundert und bezeichnete ursprünglich einen hochwertigen Wein, der in der Umgebung des Dorfes Prosseck nahe Triest angebaut wurde.

Die Weißweintraube aus dieser Gegend gehört zu den spät reifenden Sorten. Dies führt zu einer Besonderheit bei der Weinherstellung. Die Winter in der Region sind kalt genug, sodass der Gärungsvorgang vorübergehend unterbrochen wird. Dafür enthält der Wein in der Nachgärung im Frühling einen geringen Anteil Kohlensäure.

So entsteht auf natürliche Weise ein perlender Wein.

Über einen langen Zeitraum bezog sich die Bezeichnung Prosecco auf diese Rebensorte. Seit dem Jahr 2010 wird er auch verwendet, selbst wenn die Trauben nicht mehr aus dem ursprünglichen Kerngebiet in Venetien stammen.

Herkunftsbezeichnung: Wo kommt Prosecco her?

Der Stichtag für die Neudefinition der Bezeichnung Prosecco ist aber eigentlich der 17. Juli 2009. An diesem Tag erfolgte ein Beschluss des italienischen Landwirtschaftsministeriums mit dem Ziel, das Qualitätsprodukt aus Nordostitalien zu schützen.

Damals wurde der Markt mit Prosecco-Produkten regelrecht überschwemmt. Sie stammten aber zum Großteil nicht aus den traditionellen Weinregionen, sondern auch aus angrenzenden Anbaugebieten.

Diese preiswerten Perlweine werden teilweise heute noch in Dosen abgefüllt und angeboten.

Mit der Umsetzung des Ministeriumsbeschlusses am 1. Januar 2010 wandelte sich der Name für die Rebsorte jedoch zu einer Herkunftsbezeichnung. Die Bezeichnung "Prosecco" bleibt damit heute wenigen Weinanbaugebieten vorbehalten, die ausnahmslos in der ursprünglichen Gegend um Venetien und Julisch-Friaul liegen.

Eine Ausnahme von der Neuregelung bilden Betriebe, die schon fünf Jahre von dem Erlass Prosecco produziert hatten. Sie dürfen die Bezeichnung auch weiterhin verwenden.

Mit der neuen Regelung erhielt die Traube der Region zugleich den Namen Glera. Prosecco-Weine müssen einen Mindestgehalt von 85 Prozent Glera-Trauben aufweisen.

Qualitätsstufen von Prosecco

Ebenfalls seit der Reform tragen Prosecco-Weine den Zusatz DOC beziehungsweise DOCG. Weine aus anderen Regionen, die aus Glera-Trauben hergestellt sind, müssen nun die Bezeichnung Glera IGT verwenden.

  • DOC steht für "Denominazione di origine controllata" und kennzeichnet Prosecchi, die aus einem der offiziellen Prosecco-Anbaugebiete in Friaul-Julisch und Venetien stammen.
  • Die Abkürzung DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) bezeichnet wiederum die höchste Qualitätsstufe bei Prosecco-Weinen. Diese Kennzeichnung ist Erzeugnissen aus den Regionen Asolo, Valdobbiadene und Conegliano vorbehalten.

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Herstellung: So kommt die Kohlensäure in den Wein

Die im 19. Jahrhundert entwickelte Methode der Tankgärung ist heute die am häufigsten verwendete Möglichkeit, um den Stillwein aus der Glera-Traube mit Kohlensäure zu versetzen.

Hierbei werden große Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200.000 Litern eingesetzt, in denen der Wein im Laufe eines halben Jahrs seinen erwünschten Kohlesäuregehalt erreicht.

Diese Produktionsmethode ist vergleichsweise preiswert und erzeugt Prosecchi guter Qualität.

Kostenintensiver ist die klassische Flaschengärung, die wegen ihres höheren Zeit- und Kontrollaufwands nur noch selten eingesetzt wird.

Beim Perlwein Frizzante kommt auch das kostengünstige Karbonisierungsverfahren zum Einsatz, bei dem der Wein in einen Tank abgefüllt und dann mit Kohlensäure versetzt wird. Die anschließende Abfüllung unter Druck sorgt dafür, dass das Kohlendioxid nicht wieder entweicht.

Was ist Prosecco Frizzante oder Prosecco Spumante?

Die Vorliebe der Verbraucher für die prickelnden Prosecco-Varianten haben dafür gesorgt, dass die klassischen Stillwein-Varianten auf internationalen Märkten nur noch selten zu finden sind.

Der stille Tranquillo oder Spento wird zum Beispiel aus derselben Rebsorte hergestellt. Vom Charakter her sind die Weine eher unauffällig. Ihr Anteil an der Gesamtproduktion liegt mit etwa 5 Prozent.

Deutlich häufiger kommen Prosecco Frizzante oder Prosecco Spumante vor:

  • Prosecco Frizzante

    zählt zu den Perlweinen mit einem vergleichsweise geringen Gehalt an Kohlensäure. Der Kohlesäuredruck liegt zwischen 1 und 2,5 bar, der Prosecco Alkoholgehalt liegt hier bei mindestens 10,5 Volumenprozent.

    Preiswertere Produkte (wie sie etwa bei Discountern wie Aldi oder Lidl zu finden sind) werden in der Regel mit dem kostengünstigeren Imprägnierverfahren mit Kohlensäure versetzt. Aber auch die Tankgärung ist möglich.

    Charakteristisch für den Prosecco Frizzante ist, dass seine Perligkeit schon nach einiger Zeit verfliegt und er im Glas oder der geöffneten Flasche relativ schnell schal wird.

  • Prosecco Spumante

    wiederum erhält seinen Kohlensäuregehalt in den meisten Fällen durch Tankgärung, seltener durch die aufwendigere Flaschengärung. Der Kohlesäuredruck darf nicht unter 3 bar liegen.

    Deswegen sind Spumante-Flaschen mit einem durch eine Agraffe gesicherten Korken verschlossen. Er hat einen Alkoholgehalt von mindestens 11 Prozent und zeichnet sich durch eine lang anhaltende, feine Perlage aus.

    In Deutschland unterliegt der Spumante der Schaumweinsteuer.

Geschmacksangaben: Welche Prosecco Sorten gibt es?

Eine weitere Einteilung der Prosecco-Schaumweine erfolgt nach ihrem Restzuckergehalt.

Die Rebsorte Glera ergibt einen säurebetonten Wein, der sich besonders gut für die Weiterverarbeitung zu Perlwein oder Schaumwein eignet. Da der Zusatz von Kohlensäure die Geschmacksqualität beeinflusst, gelten für Schaumweine andere Restzuckerkonzentrationen als für normale Weine. Dies unterscheiden sich in Brut, Extra Dry und Dry mit Brut als trockenstem Vertreter:

  • So liegt der Restzuckergehalt beim Prosecco Brut zwischen 0 g und 12 g pro Liter.
  • Der Restzuckergehalt des Extra Dry liegt zwischen 12 g und 17 g.
  • Der Restzuckergehalt des Prosecco Dry liegt zwischen 17 g und 32 g.

Diese drei Varianten werden auch am häufigsten produziert. Es sind aber auch Prosecchi mit einem höheren Restzuckergehalt erhältlich.

Prosecco richtig genießen

Weine aus der Glera-Traube sind in der Regel leuchtend strohgelb und haben einen frischen, fruchtigen Charakter. Das gilt auch für den Prosecco.

Genießer schätzen den perlenden Prosecco vor allem als Aperitif. Gereicht wird er klassisch in einem langstiligen sogenannten Tulpenglas – ähnlich einer Sektflöte, deren Öffnung oben aber wieder kleiner wird.

Wird er zum Essen gereicht, passt er besonders gut zu Meeresfrüchten, Fisch, hellen Fleischsorten und Gemüsegerichten aller Art.

Für den optimalen Genuss ist auch die Serviertemperatur entscheidend: Je höher die Temperatur, desto schneller entweicht die Kohlensäure, die für die Perlage verantwortlich ist.

Prosecco sollte deswegen mit einer perfekten Trinktemperatur zwischen 8 und 10 Grad Celsius serviert werden. Die herberen Varianten dürfen auch kühler sein.

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[Bildnachweis: elenabsl, urbanbuzz by Shutterstock.com]

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