Castillo de Fuendejalon: Crianza 2013 von Netto

Beitrag von Jochen // 16. Februar 2017 // 23:15

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Castillo de Fuendejalon: Crianza 2013 von Netto

Eigentlich sollte man sich ja nicht von Etikett und Verpackung zu einem Weinkauf verleiten lassen. Aber bei unserem letzten Streifzug durch den Netto-Supermarkt fiel er einfach ins Auge: ein Wein, der in ein Papierhemdchen gehüllt war. Eine außergewöhnliche Verpackung.

Da stellt sich einfach die Frage: Schmeckt der Rotwein auch so außergewöhnlich – oder kann der weg? Also rein mit dem „Castillo de Fuendejalon, Crianza 2013“ in den Einkaufskorb und daheim wieder raus zum Testen.

Garnacha und Tempranillo aus Nordspanien

Dieser Crianza besteht aus den beiden Trauben Garnacha und Tempranillo, angebaut in dem spanischen Weinanbaugebiet Campo der Borja.

Campo de Borja liegt im Nord-Osten Spaniens, nahe der Stadt Saragossa. Dort herrscht ein ausgeprägtes Kontinentalklima: im Sommer ist es mediterran warm, manchmal sogar heiß, in den Wintermonaten fegt ein kalter, aber trockener Wind aus dem Nord-Osten über das Land.

Das führt zu extremen Temperaturunterschieden. Dennoch ist Campo de Borja recht trocken. Der Niederschlag beträgt 350 bis 400 mm bei Sonnenstunden 2800 Stunden im Jahr. Das sind durchschnittlich fast acht Sonnenstunden pro Tag.

Die Landschaft ist geprägt von leichthügeligen Hochebenen mit dunklen, aber kalkhaltigen Böden. Sie sind zwar ein wenig steinig, aber auch gut durchlässig und mit fruchtbarer Erde versorgt.

In dieser Gegend blickt man auf eine jahrhundertelange Weinanbautradition zurück. Schon die Äbte des Kloster etablierten im 14. Jahrhundert die Weinherstellung. Und so gibt es hier schon seit langer Zeit charaktervolle Weine mit viel Körper und klaren Fruchtaromen.

Fruchtbetont – aber mit mäßigem Körper und Abgang

Tempranillo, das müssen wir zugeben, gehört zu einer unserer Lieblingstrauben. Wir schätzen sie für ihren kräftigen und fruchtbetonten Charakter. Die dunklen Beeren erinnern oft an rote Früchte wie Johannisbeeren, Kirschen und Brombeeren, Gewürze und Lakritze.

Im Fass ausgebaut steigert sich noch ihre Aromenvielfalt.

Auch Garnacha bringt die Aromen von roten Früchten mit – schwarze Johannisbeere, Kirschen oder Pflaumen mit. Dazu gesellen sich noch Kräutertöne, aber auch Nuancen von Pfeffer, Lorbeer oder Zimt.

Die beiden Trauben lassen auf einen intensiven Tropfen Rotwein hoffen. Und wie hat er nun geschmeckt:

  • Im Glas erscheint der Wein in einem mittleren Rubinrot.
  • Das Bouquet erinnert an reife Früchte insbesondere Kirsche mit Vanille- und Gewürzaromen. Die Tannine sind darin fein verwogen. Man erahnt schon den neunmonatigen Ausbau im Barrique.
  • Den Gaumen füllt der Crianza mäßig körperreich aus, ist aber ausgewogen. Mit 13 Volumenprozent ist der Alkoholgehalt durchschnittlich.
  • Der Abgang ist nicht flach, aber auch nicht überzeugend.

Aus unserer Sicht ist dieser Wein ein Allrounder, passt zu vielen Fleischsorten wie Rind, Schwein und Geflügel, gebraten und gegrillt, aber auch zu Reisgerichten und gereiften Käse.

Aber so richtig begeistert sind wir nicht. Da hatten wir schon Besseres im Einkaufswagen. Immerhin: Die Verpackung sieht erst mal klasse aus.

Bezugsquelle:

  • Wein: Castillo de Fuendejalon, Crianza 2013
  • Händler: Netto
  • Flaschenpreis: 4,99 Euro
  • Bewertung: 3 Billys
Empfehlung der Weinbilly-Redaktion: 3 BILLYs




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