Ein Glas Rotwein pro Tag…

Rotweingesund-EinGlasAmTag…ist gesund, heißt es. Schon im Altertum galt Wein als Medizin. Und immer wieder erscheinen Studien, die beweisen wollen: Ein Glas Rotwein für Frauen und zwei für Männer sollen die Gesundheit stärken ja sogar das Leben verlängern. Wer regelmäßig und in Maßen Rotwein trinkt, lebt laut solchen Untersuchungen im Schnitt zweieinhalb Jahre länger als Abstinenzler. Aber stimmt das oder ist das nur ein Mythos? Und wenn es wahr ist, warum ist das so?

Schon der antike griechische Arzt Hippokrates verabreichte seinen Patienten Wein, um beispielsweise deren Magen-Darm-Beschwerden zu lindern oder um sie zu beruhigen. Und in der Tat gibt es seit den Achtzigerjahren immer wieder Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass bis zu zwei Gläser Rotwein pro Tag der sogenannten Arteriosklerose (Arterienverkalkung) vorbeugen sowie vor Herzkreislaufkrankheiten schützen und sogar das Alzheimerrisiko verringern. Wissenschaftler der Universität von Wisconsin-Madison und der Universität von Florida in Gainesville kamen 2009 gar zum dem Ergebnis, dass ein Glas Rotwein pro Tag die Viren-Vermehrung hemmt und das Krebsrisiko senkt.

Warum Rotwein gesund ist

Der Grund hierfür sind vor allem zwei Effekte:

  • Der Alkohol-Effekt: Der erste Effekt basiert auf dem Alkohol selbst (funktioniert also beispielsweise auch mit Bier). Regelmäßiger und maßvoller (!) Alkoholgenuss beeinflusst das Cholesterinverhältnis günstig. In dem Fall wird mithilfe des Alkohols der Spiegel des bösen LDL-Cholesterin im Blut abgesenkt.
  • Der Wein-Effekt: Beim Wein kommt hinzu, dass die Weintrauben besondere Substanzen enthalten, die sogenannten Polyphenole, die freie Radikale unschädlich machen. Polyphenole kommen vor allem in der Beerenhaut und in den Traubenkernen vor und haben eine aspirin-ähnliche Wirkung. Heißt: Die Blutplättchen werden durch diese Anti-Oxidantien daran gehindert, zusammen zu klumpen. Vereinfacht ausgedrückt: Das Blut bleibt flüssiger. Und das wiederum schützt vor dem Herzinfarkt.

Theoretisch funktioniert diese positive Wirkung auch mit Weißwein. Der hat aber weniger Polyphenole als Rotwein, der Effekt ist somit geringer. Auch reiner, unvergorener Traubensaft hat Polyphenole, ihm fehlt umgekehrt aber der Alkohol, sodass auch hier ein geringerer Effekt erzielt wird.

Warum und wie regelmäßiger Weinkonsum das Herzinfarktrisiko senkt, erklärt hier aber auch noch mal der Kardiologe Sven Hauck im Video:

Ist Rotwein gesund? Die Dosis macht das Gift!

Ist Rotwein also nun generell gesund? Die Antwort lautet: Jein.

Auch beim Glas Rotwein pro Tag gilt dasselbe wie bei allen guten Dingen: Die Dosis macht das Gift. Positiv wirkt der Weinkonsum nur, wenn er in Maßen geschieht. Schon ein weiteres Glas ist ein Glas Wein zu viel und die einerseits positive Wirkung wird durch die schädliche Wirkung des Alkohols überschattet. So fanden beispielsweise die Forscherin Licia Iacoviello von der katholischen Universität Campobasso heraus, dass Frauen, die deutlich mehr als zwei Gläser Wein am Tag tranken, ein höheres Sterberisiko hatten. Bei Männern liegt dieser Grenzwert bei bis zu vier Gläsern am Tag.

PS: Nur übertreiben sollte man es mit dem einen Glas Rotwein am Tag nicht…

Weinflaschenglas